Master Thesis

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Rekonstruktion neuassyrischer Tempelarchitektur

am Beispiel des Nabû-Tempels aus Khorsabad innerhalb einer interaktiven Umgebung

Masterarbeit zur Erlangung des Akademischen Grades Master of Arts
vorgelegt dem Fachbereich 07 – Geschichts- und Kulturwissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

von
Thomas Phillipp Graichen
geboren am 19.12.1983 in Sao Paulo (Brasilien)
2014

1. Einleitung

1.1. Motivation
Während meines Bachelorstudiums an der Ludwig-Maximilians-Universität München fiel mir im Zuge eines Seminars zu neuassyrischen Reliefs auf, dass phänomenologische Untersuchungen zu deren Rezeption und Intention meist auf Basis der Grundrisse der Paläste oder der Planansichten der Reliefwände erfolgen (s. hierzu Winter 2010: 3-52). So erstellte ich im Rahmen eines Referates eine einfache 3D-Rekonstruktion des Thronsaals B von Assurnaṣirpal II. (883‑859) in Nimrud. Bei der Betrachtung der Reliefs in dieser virtuellen Umgebung wurden mir zum ersten Mal die Vorteile einer solchen Herangehensweise bewusst. Sowohl auf didaktischer als auch auf hermeneutischer Ebene konnten hier bestehende Thesen zu Narrativen besonders anschaulich vermittelt, bzw. interessante neue Ansätze formuliert werden 1. In Folge dessen begann ich, mich mit der Quellenlage und der Datenakquise, auf die eine Rekonstruktion fußt, intensiver zu beschäftigen. Hier fiel auf, dass moderne Dokumentationsmethoden von den archäologischen Disziplinen sehr verzögert angenommen werden und relativ spärlich zum Einsatz kommen. Dieser Umstand wog meiner Meinung nach besonders im Raum der Vorderasiatischen Archäologie schwer, wo aber gerade archäologisches Kulturgut im Umfeld politischer Instabilität und ideologischer Spannungen einer ständigen Bedrohung ausgesetzt ist. Modernen Dokumentationsmethoden und weiteren technischen Ansätzen konnte ich mich im Zuge meiner Bachelor-Arbeit sowie im Laufe meines Masterstudiums intensiv widmen. Ermöglicht wurde mir dies während meines Masterstudium durch eine Kooperation des i3mainz der ehemaligen Fachhochschule Mainz (seit 01.09.2014 Hochschule Mainz) und der Johannes Gutenberg-Universität. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden Archäologen gemeinsam mit Vermessern an geophysikalische Prospektionsmethoden sowie an raumbezogene Mess- und Informationstechnik herangeführt. Das Thema meiner Abschlussarbeit sollte die im Laufe meines Studiums erarbeiteten Fähigkeiten möglichst gewinnbringend zusammenführen. Eine Beschäftigung mit 3D-Rekonstruktionen von einem informationstechnischen Blickpunkt im besonderen Kontext archäologischer Befunde bot sich hier an.

1.2. Forschungsgeschichte der 3D-Rekostruktionen
Ab den späten 1980er Jahren lässt sich eine Entwicklung von Zeichnungen und Miniaturmodellen zur Darstellung architektonischer Befunde hin zu computergestützten Methoden in Form von 3D-Rekonstruktionen beobachten (Forte 2014). In der Regel dienen sie trotz ihrer Komplexität und ihrem wissenschaftlichem Potential weiterhin vorwiegend der visuellen Aufwertung von Projekten. Von einigen Ausnahmen abgesehen (Artefacts Berlin 2012; Hadwiger 2012) findet meist keine Forschungstätigkeit am Modell selbst statt. Bisherige Verwendung von 3D-Modellen in der Archäologie Als Endprodukt einer computergestützten Rekonstruktion stehen oft mehrere gerenderte2, perspektivische Ansichten, bei denen oft ästhetische Ansprüche Priorität genießen (Abb. 1). Die Erstellung dieser Ansichten, so denn eine möglichst realitätsgetreue Darstellung erwünscht ist, kann sehr rechenintensiv sein. Dem Endformat lassen sich außerdem keine verlässlichen metrischen Informationen3 zum abgebildeten Objekt entnehmen. Da die traditionelle Publikationsform innerhalb der Archäologie bis heute das Buch ist, werden die erstellen 3D-Modelle auch nur in dieser Form – zweidimensional – rezipiert, was zu einem großen Informationsverlust führt. Das inhärente Potential solcher 3D-Rekonstruktionen wird also bis heute innerhalb dieses Fachbereiches im Allgemeinen kaum genutzt. Die Gründe für die vorwiegend illustrative Zweckgebundenheit von architektonischen Rekonstruktionen innerhalb der Archäologie sind unschwer erkennbar. Zum einen sind die Quellen für die Rekonstruktion einzelner Elemente zwar in der schriftlichen Abhandlung ausgeführt, jedoch für den Rezipienten nicht unmittelbar in der Betrachtung der Rekonstruktion ersichtlich. Es fehlt also hier ein visuelles Gegenstück zu Fußnoten in wissenschaftlichen Abhandlungen. Auf der anderen Seite ist es oft nicht möglich, Variationen einer Rekonstruktion – ein zwangsläufiges Produkt kritischer Quellenanalyse – darzustellen oder zu berücksichtigen4. Selbst in Projekten, in denen architektonische Rekonstruktionen eine zentrale Rolle einnehmen (Afhami – Gambke 2012; Deutsches Archäologisches Institut 2013; Dürr 2013), wird das Problem von statischen Rekonstruktionen als Basis wissenschaftlicher Ausführungen nicht thematisiert. Zudem stellen Rekonstruktionen eine Momentaufnahme einer in den meisten Fällen bereits abgeschlossenen Befundinterpretation dar. Sie sind also nicht Teil des interpretativen Prozesses einer laufenden Grabung, und tragen dementsprechend wenig zur Entwicklung und Anpassung von Grabunsstrategien bei.

1.3. Fragestellung und Ziele der Arbeit
Als Lösungsansatz für die genannten Probleme werde ich im Rahmen dieser Arbeit den Einsatz einer sog. Game-Engine zur wissenschaftlichen Aufwertung von Rekonstruktionen durch eine dynamische Darstellungsweise am Beispiel der Außenfassade des Nabû-Tempels in Khorsabad demonstrieren. Auf diese Weise soll u. a. der Frage nach potentiellen Rekonstruktionen nachgegangen, mögliche Variationen einiger ausgewählter Elemente dargestellt, sowie Ansätze zur Einbindung von Grabungsdokumentation innerhalb des Modells aufgezeigt werden. Die Rahmenbedingungen des Nabû-Tempels in Khorsabad sind für den Einsatz dieser Methode denkbar günstig. Aufgrund der relativ kurzen Bauphase und der fast vollständigen Auflassung unmittelbar nach Vollendung der Stadt können stratigraphische Untersuchungen vernachlässigt werden. Vor allem durch die fast ganzheitliche Erschließung des Grundrisses bietet sich dieser Tempel für eine umfassende Rekonstruktion an. Die Grabung selbst ist für damalige Verhältnisse detailliert dokumentiert und sehr übersichtlich publiziert. Zudem fertigte der Ausgräber anhand des Befundes perspektivische Rekonstruktionszeichnungen an, welche der im Rahmen der vorliegenden Arbeit erstellten Rekonstruktion gegenübergestellt werden können. Weiterhin liegen verschiedene Rekonstruktionsansätze zu Elementen der Fassaden des Tempel vor, unter deren Berücksichtigung die Vorteile einer dynamischen Rekonstruktionsdarstellung aufgezeigt werden können. Im allgemeinen ist der Rekonstruktionsstand der Stadtanlage selbst und insbesondere des Nabû-Tempels bis heute unbefriedigend. Eine rezente 3D-Rekonstruktion der Stadt (Cultrano u. a. 2007) fußt zum Großteil auf überholte Vorstellungen neuassyrischer Architektur und einer scheinbar unvollständigen Betrachtung des Quellenmaterials5. Zudem ist sie sehr grob gehalten und nur in Printform publiziert.

1.4. Aufbau der Arbeit
Vor der eigentlichen Arbeit an einer 3D-Rekonstruktion muss der archäologische Kontext geklärt werden. Zunächst wird daher im ersten Teil der Arbeit die Forschungsgeschichte des Fundplatzes betrachtet und die Methodik der Ausgräber beleuchtet. Dem schließt sich die Beschreibung der archäologischen Befunde des Nabû-Tempels an. Weitere Quellen zur Natur der Architekturelemente sollen eruiert, sowie die bisherigen Rekonstruktionen des Tempels anhand dieser Erkenntnisse am Ende des ersten Teil kritisch rezipiert werden. Im zweiten Teil der Arbeit wird eine Darlegung der eigenen Methodik und die Vorstellung eines eigenen Rekonstruktionsversuches innerhalb einer Game-Engine folgen. Daraufhin soll der wissenschaftliche Nutzen von Rekonstruktionen im Kontext phänomenologischer Ansätze und der Sensory-Archeology6 behandelt werden. Abschließend soll ein Ausblick auf weitere Einsatzfelder von interaktiven Umgebungen innerhalb der Archäologie sowie Anstöße für zukünftige eigene Unterfangen geliefert werden. Neben einem umfangreichen Abbildungsverzeichnis liegt der Arbeit ein Tafelteil bei. Hier sind verschiedene Ansichten sowie die oben und detaillierter weiter unten beschriebenen Funktionen als Screenshot abgebildet. Sie werden lediglich der Vollständigkeit halber hier gezeigt und um einen ersten Eindruck über die Rekonstruktion zu vermitteln. Die Rekonstruktion sollte jedoch in Echtzeit betrachtet werden, nur so kann der Betrachter von den Vorteilen dieser Darstellungsmethode profitieren. Präzise Anweisungen zum Umgang mit der Engine sind weiter unten in Form einer Tastaturbelegung aufgeführt.7.

1.5. Game-Engines und ihre Anwendbarkeit in der Archäologie
Bei Game-Engines handelt es sich um Entwicklerprogramme, welche in der Erstellung von Videospielen – also virtuellen, interaktiven Umgebungen – zum Einsatz kommen. Übliche, für die Entwicklung eines Spiels nötige Funktionen8 sind hier bereits integriert, Entwickler können sich also mehr auf die Erstellung von Inhalten, wie bspw. Objekte, Texturen, Landschaften, narrative Strukturen usw., konzentrieren. In vielen dieser Entwicklungsumgebungen ist zudem ein visuelles Programmiersystem9 integriert, welches die Erstellung komplexer Funktionen ohne tiefgründige Kenntnisse einer Programmiersprache ermöglicht. Zur Verdeutlichung der Charakteristika dieser Softwaregattung bietet sich hier eine Analogie zu einem Fahrzeug an, wie sie bereits in der Bezeichnung 'Game-Engine' impliziert wird: die 'Engine' steht hier für den Motor, während der erstellte Inhalt für die Karosserie und Innenausstattung des Fahrzeugs – also das fertige Spiel – steht (Ward). Je nach Anforderung kann eine auf diese Weise erstellte Umgebung eine extrem hohe graphische und physikalische Realitätstreue aufweisen (Abb. 6). Wetterphänomene, Ökosysteme und intelligente Akteure lassen sich problemlos integrieren und beliebig verändern. Die Handhabung dieser Werkzeuge lässt sich mit einem gewissen technischen Hintergrundwissen relativ schnell aneignen, was nicht zuletzt daran liegt, dass Lernressourcen zur Anwendung dieser Software-Gattung öffentlich zugänglich sind (s. hierzu Epic Games 2014; Crytek GmbH 2014; Unity Technologies 2014). Das Medium des Videospiels ist längst seinen Anfängen als Nischenphänomen der Unterhaltungsindustrie entwachsen und hat – wenngleich nicht unumstritten (Wikipedia contributors 2014) – seinen Platz innerhalb der etablierten Medien gefunden (ESA Entertainment Software Association 2014). Game‑Engines werden im Wettbewerb um einen Markt mit enorm hohem weltweiten Umsatz – 93 Mrd. US-Dollar allein 2013 (Gartner Inc. 2013) – stetig weiterentwickelt. Zudem werden Sie unter einem besonders für Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen attraktivem Lizenzmodell zur Verfügung gestellt10, was selbst Instituten mit geringem Budget die Möglichkeit der Anwendung dieser Software eröffnet. Generell sind die Umstände für die wissenschaftliche Nutzung gerade bei Game-Engines erstaunlich günstig. Zum einen wird ihre Entwicklung durch ein kommerzielles Interesse vorangetrieben, zum anderen lässt sich ein Trend zur Offenlegung der Quellcodes11 beobachten. Letzteres wiederum wird die Entwicklung von Zusatzmodulen zur Lösung spezifischer Probleme oder die Konnektivität zu anderen Software-Gattungen begünstigen. Eine solche Strategie ist zudem ein Garant für die Langlebigkeit der Software und der mit ihr verknüpften Dateiformate, und erfüllt somit die von nestor12 formulierten Vorgaben zur Langzeitarchivierung digitaler Daten in den Wissenschaften (s. hierzu Neuroth u. a. 2014: Kap. 7:10). Das Potential dieser Werkzeuge für den Einsatz außerhalb des Unterhaltungssektors wurde bereits von vielen Sparten der Forschung und Industrie erkannt. Hier seien als Beispiele Anwendungen in der Stadtplanung (Greenwood u. a. 2009), Architekturvisualisierung (Bürger 2013; Conway 2011), Psychotherapie (Fogel 2014), sowie der Veranschaulichung abstrakter naturwissenschaftlicher Konzepte (Kortemeyer u. a. 2014) und komplexer Datenbestände (Cioc 2013) genannt. Innerhalb der Archäologie ist der Einsatz dieser Technologie auf einigen Anwendungsebenen erprobt worden (Hadwiger 2012; Frischer – Fillwalk 2014; Dürr 2013). Jede Art räumlicher Fragestellungen ist, zumindest potentiell, direkt innerhalb der Game-Engine formulierbar. So lassen sich bspw. Sichtbarkeitsanalysen13, Licht-14 und Akustikstudien (Raghuvanshi u. a. 2010; Raghuvanshi – Snyder 2014) sowie archäo-astronomische Untersuchungen15 in der gleichen Umgebung verwirklichen. Selbst die Implementierung von Raumsyntax‑Funktionen ist denkbar.16 Die Game-Engine könnte somit zukünftig zu einem Allzweck-Werkzeug in der Archäologie werden, welches sowohl als Forschungsbühne als auch Lehrmethode innerhalb der digitalen Archäologie eingesetzt werden könnte.
2. Die Archäologische Grundlage

2.1. Dur-Šarrukin – Siedlungsgeschichte
Die von Sargon II. (721-705 v. Chr.) gegründete Residenzstadt Dur-Šarrukin liegt außerhalb des heutigen Khorsabad. 16 km nördlich von Niniveh errichtet (36°28'N 43°12'O), befindet sich die Stadt, im Gegensatz zu den vorangegangen assyrischen Residenzstädten, nicht am Tigris (Abb. 7). Die Stadtanlage nimmt eine Ebene zwischen Hosr, einem Nebenfluss des Tigris, und dem Muṣri‑Gebirge – heute Jabal Maqlub – ein. In seinem 9. Regierungsjahr erwarb Sargon II. das Gelände und beauftragte Ṭab-šar-Aššur, den Schatzmeister Assurs, mit ihrer Errichtung. Die Planungs- und Bauzeit betrug zehn Jahre, Korrespondenzen lassen auf Verzögerungen der Bauarbeiten schließen. Bauinschriften aus dem Palast Sargons II. lassen als Zeitraum der Grundsteinlegung das Jahr 712 vermuten ((Loud – Altman 1938) 9; RLA 2 Ber – Ezur (1938) 249-252 s. v. Dûr-Šarruukîn. (E. Unger); (Parpola 1987) 43-67). Die Stadtbefestigung weist einen fast quadratischen Grundriss von 1635 x 1760 m mit sieben Toren17 und 156 Vorsprüngen18 auf (Abb. 8). Die Ecken der Stadtanlage sind nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Zwei Terrassen mit sich auf ihnen erhebenden Strukturen sind in die Wehranlage integriert: eine im Südosten und eine größere im Nordwesten. Bei letzterer handelt es sich um die Palastterrasse, welche gemeinsam mit ihr vorgelagerten Gebäuden – unter ihnen auch der Nabû-Tempel – von einer weiteren, weniger mächtigen Mauer umschlossen wird (Abb. 9)19. Laut Sargons II. Bauinschriften zogen nach Bauvollendung die Kulte von Ea, Sin, Samas, Nabû, Adad und Ninurta (zusammen mit ihren jeweiligen Gattinnen) in die Stadt ein. Sargon II. verstarb bereits ein Jahr nach der Stadteinweihung. Dur-Šarrukin verlor zwar unter Sanherib (704‑681), dem Nachfolger Sargon II., ihre Funktion als Königsresidenz, ist jedoch als Sitz von Provinzstatthaltern bis in das Jahr 664 belegt ((Loud – Altman 1938) 9; RLA 2 Ber – Ezur (1938) 249-252 s. v. Dûr-Šarruukîn. (E. Unger)).

2.2. Dur-Šarrukin – Forschungsgeschichte
Erste oberflächliche Aufnahmen von Teilen des Palastes und vereinzelte Untersuchungen innerhalb der Stadtanlage fanden unter Paul Émille Botta von 1843-44 statt (Botta – Flandin 2006). Victor Place und Félix Thomas vertieften diese Untersuchungen zwischen 1852 und 54; hierbei konnten sie den kompletten Grundriss des Palastes erfassen, sowie ein Stück der Stadtmauer, die sieben Stadttore und einige Strukturen innerhalb der Stadt ergraben (Place 1867a; Place 1867b; Place 1870). 1929-35 wurden die Grabungen vom Oriental Institute in Chicago geleitet, die ersten beiden Jahre angeführt von Edward Chiera, danach von Henri Frankfort und ab 1932 von Gordon Loud (Loud – Altman 1938). Die zweite Kampagne fand November 1933 bis April 1934 statt und widmete sich vorwiegend dem Nabû-Tempel. Die publizierten Ergebnisse dieser Bemühungen sollen die archäologische Basis der vorliegenden Ausführungen bilden. Nach 1957 wurden einige kurze Kampagnen unter B. Abu al-Soof durchgeführt (Loud – Altman 1938: 3; Halama 2006: 65-67).

2.3. Loud's Methoden
Auf den prominenten Hügeln innerhalb der Stadtanlage wurden Schnitte (3 x 20 m) in annähernd 45° zur angenommenen Gebäudeausrichtung angelegt (Abb. 10). Bei Entdeckung einer Wand (meistens ab einer Tiefe von ca. 1,5 m) wurde dieser nachgegraben, stellenweise wurden zu diesem Zweck auch Tunnel angelegt. Auf diese Weise wurde der gesamte untere Teil der Tempelterrasse erfasst. Lediglich Räume mit interessanter Fundzusammensetzung oder vermeintlich besonderer Bedeutung wurden in der Stadtanlage komplett freigelegt. Als gesamte Gebäudekomplex ist einzig der Nabû-Tempels komplett freigelegt wurden, alleridngs mit Ausnahme der beiden großen Höfe (Loud – Altman 1938: 4-5). Die abschließende Publikation Louds bildet die Basis für den archäologischen Teil der vorliegenden Arbeit, weshalb ihre inhaltliche Struktur folgend zusammengefasst werden soll: Einer Berichtigung von Beobachtungen Place's und einer generellen Beschreibung des Gesamtbefundes folgt der Versuch einer Deduktion der funktionalen Einheiten der Gebäude anhand ihres Grundrisses und ihrer Eingangssituationen (Loud – Altman 1938: 10-13). Nach einer Beschreibung der beim Bau der Konstruktionen verwendeten Materialien (Loud – Altman 1938: 13-17) werden die einzelnen architektonischen Elemente befundübergreifend aufgeführt (Loud – Altman 1938: 18-49). Daraufhin werden die Gebäude in jeweils eigenen Unterpunkten abgehandelt (Loud – Altman 1938: 51-79). Einige Seiten widmet der Ausgräber Einzelfunden (Loud – Altman 1938: 97-99). Grund für deren geringe Menge ist eher der Aufgabe der Stadt als den Forschungspräferenzen Louds geschuldet (Loud – Altman 1938: 3-4; RLA 2 Ber – Ezur (1938) 249-252 s. v. Dûr-Šarruukîn. (E. Unger)). Schließlich werden die Inschriften auf wenigen Seiten behandelt, wobei jedoch keine philologischen Betrachtungen stattfinden (Loud – Altman 1938: 103-105)20. Altman stellt die Wandmalereien in einem eigenen Kapitel innerhalb von Louds Publikation vor (Loud – Altman 1938: 81-86). Die Quellen und Faktoren, welche in die Rekonstruktion der nicht erhaltenen, aufgehenden Architekturelemente einflossen, werden ebenfalls gesondert behandelt (Loud – Altman 1938: 87-91).

2.4. Befund des Nabû-Tempels
Der ca. 100 x 175 m Fläche21 einnehmende Tempel22 befindet sich in der südlichen Hälfte der Zitadelle umgeben von den Residenzen J und K im Osten und Südosten, von Residenz M in Westen sowie von Tor A im Südwesten (Abb. 11). Im Nordwesten ist der Bau über eine Brücke mit der Palastterrasse verbunden. In dieser Struktur sind 46 Räume um fünf verschieden große Höfe angeordnet (Abb. 12). Hierbei lässt sich bereits bei Betrachtung des Grundrissplans eine Unterteilung in einen Hauptbereich – mit mächtigen Wänden und Höfen auf selber Achse wie die Haupt-Cella, s. u. Komplexe I, II, und Heiligtum – und einen Nebenbereich ausmachen. Die Identifikation des Tempels erfolgt über die zehn Schwelleninschriften, von denen fünf publiziert und bearbeitet sind (Menzel 1981: 83-84; Fuchs 1994: 281-282, 370). Die Lage der Inschriften ist der Planansicht zu entnehmen (Abb. 13), wobei die Konzentration im Bereich der Cella (Raum 21) auffällig ist. Eine Ausnahme bildet nur die Schwelle von Hof I zu Raum 13. Der Inhalt aller Inschriften ist dabei jedoch identisch: es handelt sich um eine Anrufung des Nabû, in der um Gunst für Sargon gebeten wird. Die Tempel, die sich dem Nabû-Kult zuordnen lassen, werden in Bauurkunden mit Ezida angesprochen. Ihre Unterteilung in einen Vor- und einen Haupthof erinnert an die Struktur neuassyrischer Paläste mit einem Babānu, dem Eingangsteil, und einem Bītānu, der Residenz, eine für diese Zeit typische Gestaltung neuassyrischer Tempel (Heinrich 1982: 249). In den meisten Fällen ist ein Nebenhof mit eigenen Räumen angegliedert. Das Heiligtum selbst fällt in das Raumschema eines neuassyrischen Langraumtempels (Abb. 15). Charakteristisch ist hier der von Vorsprüngen flankierte Zugang zu einem Breitraum, über den man in der Mitte die Haupt-Cella in Langraumschema mit erhöhtem Allerheiligsten betritt. Die Haupt-Cella wird umlaufenden von einem oder mehreren Schmalräumen umschlossen, welche direkt vom Breitraum aus zugänglich sein können. Im Falle eines Nabû-Heiligtums ist eine zweite, meist kleinere Langraum-Cella zwischen Haupt-Cella und Schmalraum eingefügt, der sich über Weih- und Ritualtexten Tašmētu, der Gattin Nabûs, zuschreiben lässt (RLA 2 Ber – Ezur (1938) 249-252 s. v. Dûr-Šarruukîn. (E. Unger)). Die in der folgenden Befundbeschreibung verwendeten Raumnummern sind von Loud (Loud – Altman 1938: Taf. 71) übernommen. Die hier verwendete eigene Differenzierung der strukturellen Einheiten – hier 'Komplexe' genannt, s. Anm. 21 – stützt sich vor allem auf die fünf Höfe der Anlage, genauer auf die Zugänglichkeit zu denselben (Abb. 14). Diese Einteilung soll keine funktionelle Relation der Räume implizieren, sondern dient lediglich zum Aufzeigen räumlicher Zusammenhänge und soll als Basis der folgenden Architekturbeschreibung dienen. Als Räume werden hier ebenso Durchgangsräume in Eingangsfassaden und Verbindungen zwischen Höfen ohne Raumcharakter angesprochen, sofern ihnen in der Grabungspublikation eine eigene Identifikationsnummer zugewiesen wurde. Die mit Stabwerk-Nischen-Elementen verzierten Vorsprünge an den Eingangsfassaden lassen auf eine, zumindest konzeptionelle, unidirektionale Funktion dieser Durchgänge schließen. Aufgrund dessen werden sie dem Zielhof zugeordnet. Das gleiche Prinzip greift bei der Abgrenzung zwischen Cella-Komplex und Haupthofkomplex. Zudem scheint die Cella eine ähnlich zentrale Funktion einzunehmen wie die fünf Höfe, wenn auch nur die relative Postion der umliegenden Räume betreffend. Bidirektionale Fassaden und Räume mit Anbindung zu zwei Höfen werden dem größeren der beiden Höfe zugesprochen. Die übrigen Räume werden dem nächst erreichbaren Hof zugerechnet. Diese Klassifizierung deckt sich, mit Ausnahme der westlichen Raumfront des Vorhofs, grob mit der unterschiedlichen Mächtigkeit des Mauerwerks der einzelnen Räume (Abb. 15).
2.4.1. Terrasse und Boden
Die aus einem Kern luftgetrockneter Ziegel mit einem weißen Kalkverputz bestehende Terrasse mit Aufgang trägt die Tempelstruktur und ist gleichzeitig integraler Bestandteil derselben. Besonders deutlich wird dieser Umstand dadurch, dass die Außenwände der um den Vorhof liegenden Räume gemeinsam mit den darunterliegenden Wänden der Terrasse eine Einheit bilden. Vermutlich um der Erosion der Mauer durch Regen vorzubeugen, wird die gesamte Basis der Terrasse von einem ca. 50 cm hohem, sich nach oben verjüngendem Saum umgeben, welcher sich in einem 45°-Winkel der Terrassenwand anschließt (Abb. 16). Die Außenwände der Terrasse weisen in gewisser Regelmäßigkeit 9 m lange Vorsprünge auf, welche umlaufend mit einer vierfach getreppten Nische, flankiert von je einem dreifachen Stabwerk und zwei doppelt getreppten Nischen, versehen sind. Die Zwischenräume dieser Vorsprünge sind an den Seiten zu Residenz K und J, sowie zur Zitadellenmauer hin, von einer Reihe doppelt getreppten Nischen verziert. Zur von Tor A führenden Straße hin ändert sich die Komposition, hier wird eine doppeltgetreppte Nische nach außen hin von einem dreifachen Stabwerk, einer vierfach getreppten Nische, einem weiteren dreifachen Stabwerk und einer doppelt getreppten Nische flankiert. Die Stabwerk-Nischen-Elemente schließen nach oben hin knapp unterhalb des Bodenniveaus des Überbaus ab (Loud – Altman 1938: 39; Abb. 16, 17). Eine symmetrische Anordnung ist nicht strikt befolgt worden, wie an der scheinbar willkürlichen Komposition im letzten Zwischenraum vor der Brücke zur Palastterrasse ersichtlich wird (Loud – Altman 1938: 57-58; Abb. 18). Hier werden sie von einer, wahrscheinlich umlaufenden, Sikkati-Reihe gekrönt (Abb. 19). Die einzelnen Sikkati scheinen in ihrer horizontalen Anordnung keiner Regelmäßigkeit unterworfen zu sein, auch orientieren sie sich nicht an den darunter liegenden Stabwerk-Nischen-Elementen. Sie weisen einen unregelmäßigen Abstand von ca. 80 cm zueinander auf und sind in die mittlere von drei horizontalen, versetzt verlegten Backsteinreihen eingefügt (Loud – Altman 1938: 42-43, 58)23. Die Funktion dieser Architekturelemete ist unklar, der Begriff taucht bereits in Texten unter Shamshi‑Adad I. (um 1815-1782) wohl als architektonisches Element auf. Eventuell könnten sie zur Lüftung des Terrassenbodens gedient haben. Loud spricht Ihnen eine solche strukturelle Funktion ab und geht aufgrund der Ähnlichkeit zu den Gefäßen, welche von den Statuen der wasserspendenden Gottheiten (Abb. 20) gehalten werden, von einem kultisch-traditionellen Ursprung aus (Loud 1936b 99, Loud – Altman 1938 42-43)24. Der Boden der Terrasse und der meisten Räume besteht aus zwei Lagen Brennziegeln (Abb. 21), mit Sand und Bitumen verfugt. Die Ausrichtung der Ziegel orientiert sich an den Hof- und Raumwänden (Abb. 22). Der Boden der Cellae und deren Vorräumen (14, 19, 21-24) sowie eines Raumes mit besonderer Durchgangssituation (17) sind mit quadratischen Kalksteinplatten von ca. 80 cm Seitenlänge verlegt (Loud – Altman 1938: 15). Die Breite der 42 m langen, der Terrasse im Norden vorgelagerten Aufgangsrampe nimmt mit zunehmender Höhe zu, auf Straßenhöhe beträgt sie ca. 16 m, auf Tempelhöhe 36 m. Die Rampe ist der Länge nach in drei etwa gleich breite Segmente unterteilt, deren Neigungswinkel nach oben hin abflachen. Gemeinsam betrachtet geben diese Segmente der Rampe der Länge nach eine konvexe Form. Das oberste Segment schließt an die Terrassenoberfläche an. Letztere wird, vom unteren Teil der Rampe aus gesehen rechts, durch einen weiteren Aufgang zur Palastterrasse ergänzt (Abb. 23). Zum Tempel blickend befindet sich zur Linken Raum 1, der laut Ausgräber als Wärterhaus gedient haben könnte, was durch die Lage auch treffend scheint. Mit Ausnahme der Räume um den Vorhof war entlang der Außenwände der Tempelstruktur die Terrasse sehr wahrscheinlich umlaufend begehbar. Hinweise auf diese Promenade finden sich außerhalb von Raum 29 sowie bei den Ausgängen neben Raum 38 in Hof V und in Raum 45 (Loud – Altman 1938: 58). Für diese Bereiche und für die Seiten der Rampe nimmt der Ausgräber eine flache Brüstung aus Lehmziegeln an, die sich jedoch nicht im archäologischen Befund erhalten hat (Loud – Altman 1938: 41, 91).

2.4.2. Überbau

2.4.2.1. Allgemeines zur Struktur
Der eigentliche Tempel wird durch die Substruktur laut Ausgräber 3-6 m über den umliegenden, schrägen Bodenhorizont angehoben25. Die Außenwand der Struktur als ganzes war mit Kalkverputz überzogen, wobei Decken, Innenwände der Räume und Wände der Höfe mit einem Lehmverputz mit weißem Kalk- oder Gipsstrich verkleidet waren26. Die Wände des Vor- und Haupthofes sowie die der Räume 21-26 – alle innerhalb des Heiligtums – weisen ein Band mit schwarzer Bemalung auf (Abb. 24). Die Dimensionen der einzelnen Höfe, Räume und Elemente sind in den folgenden Ausführungen eingebunden. Generell weisen alle Durchgänge eine Türschwelle aus Alabaster auf, teilweise tragen diese die oben bereits erwähnten Inschrift (s. u.)27. Angelschwellen28 aus Basalt kommen an der Innenseite von Durchgängen der hofverbindenden Räume, sowie vereinzelt – vor allem bei Räumen mit Zugang zum Haupthof – vor (Abb. 25). An diesen Stellen dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit massive, zweiflügelige Tore gestanden haben (s. u.). Von diesen sind vereinzelt die Bronzebeschläge erhalten (Loud – Altman 1938: 60-61).

2.4.2.2. Komplex I
Hof I (Vorhof) – Räume 2-12, 14, 29-31 Oberhalb des Aufgangs erhebt sich die Eingangsfassade (B=33 m)29 zum Tempel (Abb. 26). An dieser Stelle ist das Mauerwerk bis zu 1 m hoch erhalten und weist keine Bemalung auf. Zwei Vorsprünge (B=6,5 m; T=60 cm) flankieren – nach Loud wohl mit Stabwerk-Nischen-Verzierung, – beidseitig den Zugang (B=3 m). Dieser ist etwas nach hinten (ca. 2,5 m) in die Mauer versetzt um zwei Alabasterstatuen eines wasserspendenden Gottes Raum zu verschaffen, die auf diese Weise nach vorne hin in etwa mit der Außenwandfläche anschließen. Dieses Tor bildet einen von drei Zugängen zu Raum 3 (18 x 5 m). Unmittelbar hinter dem Angelstein dieses Zugangs ist ein kleines quadratisches Loch in den Ziegelboden eingelassen, welches zur Verriegelung dieses Raumes diente (Abb. 27)). Ein etwas breiteres Tor genau auf der gegenüberliegenden Langseite verbindet diesen Raum mit dem Vorhof, der ebenfalls zur Linken über den kleineren Nebenraum 2 (7,3 x 4,3 m) erreichbar ist, hier jedoch ohne Torkonstruktion. In der nördlichen Ecke des Komplexes findet sich mit Raum 4 (8,7 x 7 m) ein Treppenhaus30. Hierbei handelt es sich um das einzige seiner Art im gesamten Tempel. In der Ostecke wird der größerer, rechteckige Raum 9 (7,2 x 3,5 m) von den zwei kleineren Kammern 8 (3,2 x 2,8 m) und 10 (3,5 x 2,4 m) flankiert. Kammer 10 befindet sich ca. 1 m höher als das umgebende Bodenniveau und wird über einige Stufen erreicht. Zwischen Raum 8 und 2 befindet sich eine Nische (3 x 4 m) mit einem Brunnen (Loud – Altman 1938: 33; Abb. 28). Eine weitere solche Nische, Nr. 7 (4 x 5,8 m), befindet sich in der Westecke, hier jedoch ohne Brunnen. Die Südecke ist gekennzeichnet vom doppelt geknickten Durchgang 31 (ohne Zu- und Abgänge 3 x 12,5 m) zu Hof III. Daneben öffnet sich an der Südostwand der Durchgang 29 (3 x 6,5; 2 x 8 m) mit Nebenkammer 30 (2,5 x 5,5 m) zu Hof IV, ebenfalls doppelt geknickt, jedoch etwas gedrungener dimensioniert. In diesen beiden Räumen fanden sich einige Rechnungen und Wirtschaftstexte (Heinrich 1982: 270), hier könnte also der Zugang zu den Wirtschaftsbereichen vermutet werden. Die Räume an den Schmalseiten des Hofes scheinen aufgrund ihrer Größe eine besondere Funktion erfüllt zu haben. Im Nordwesten finden sich zwei Langräume, Raum 6 (3,7 x 9 m) zur Linken und Raum 5 (3,8 x 9) zur Rechten. Raum 6 weist eine etwas breitere Südwestseite auf (5 m), der Boden ist hier um zwei Lagen Brennziegeln angehoben, so dass ein Podest entsteht. Die Nordwestseite von Raum 5 weist drei Reihen von Wandnischen auf, welche sich ein Stück weit an den anliegenden Wänden fortsetzen. Aus diesem Raum sind viele Tontafeln erhalten, eine Interpretation dieser Nischen als Tontafelfächer scheint plausibel (Heinrich 1982: 270; Loud – Altman 1938: 60). Auf der Gegenüberliegenden Hofseite befindet sich der etwas schmalere Langraum 12 (3,7 x 14,5 m, Abb. 29). Bei Betreten des Raumes führt zur Linken ein schmaler Zugang zu dem kleineren Raum 11 (3,4 x 3,7 m). Zur Rechten nimmt ein über zwei Stufengruppen erreichbares Podest die Südwestecke des Raumes ein. Die Wand dahinter ist von einer vertikalen, abgestuften Vertiefung (T=2 m) durchbrochen, welche den durch den Vorsprung an der Außenwand entstandenen Raum nutzt. Im Schutt dieses Raumes befand sich eine Liste assyrischer Könige. Loud will in diesem Raum eine profane Empfangshalle sehen (Heinrich 1982: 270; Loud – Altman 1938: 60). Der Prominenteste Raum dieses Komplexes ist Raum 14 (5,7 x 14,5 m, Abb. 30)). In die Fassade zum Haupthof integriert, weist er als einziger Raum dieses Komplexes ohne Durchgangsfunktion Angelschwellen auf. Der Zugang (B=3 m) wird flankiert von Vorsprüngen mit Stabwerk-Nischen-Verzierung, dessen Innenseiten Statuen schmücken, die denen am Tempeleingang gleichen. Gegenüber des Zugangs erstrecken sich in gleicher Breite wie der Zugang Stabwerkverzierungen. Der Boden ist mit Kalksteinplatten verlegt (s. o.), für das Podest (5,5 x 5,7 m) an der Südwestecke des Raumes wurden jedoch kleinformatige Brennziegel verwendet. Auf diesem Podest erhebt sich eine weitere Plattform (2,6 x 4,2 m) aus Lehm- und Brennziegeln. Auch hier fanden sich Bronzebeschläge von Türen (Loud – Altman 1938: 59, Taf. 50 22-26).

2.4.2.3. Komplex II
Hof II (Haupthof) – Räume 13, 15-18, 27, 28 Vorhof und Haupthof sind über Breitraum 13 (5,7 x 19 m) miteinander Verbunden. Ein von Stabwerk-Nischen-Vorsprüngen (b=5,5 m) mit zusätzlichen, durch Ziegelgemälde verzierten Podesten (B=5,5, T=1, H=1 m, Abb. 31) und Statuen flankierter Zugang (B=3 m) führt in diesen Raum Abb. 32. Besagte Verzierung besteht auf der Frontseite aus drei Symbolelementen an der Front (von außen: Pflug und Sämaschine, Feigenbaum, Löwe) sowie der König und ein Hofbeamter an den Durchgangsflanken. Das gleiche Schema findet sich auch auf der Fassade des Ningal-Tempels auf der Palastterrasse wieder (Loud – Altman 1938: 59; Abb. 33). Loud rekonstruiert hier, ausgehend von den Befunden der übrigen Tempelfassaden in Dur-Šarrukin, auf diesen Sockeln je einen Standartenschaft (Loud – Altman 1938: 61). Auch hier finden sich zwei flankierende Alabasterstatuen, jedoch sind sie nicht in die Torleibung verrückt, sondern vor diesen platziert. An dieser Stelle ist in den Schwellenstein erneut eine Inschrift eingearbeitet. Der schlechte Erhaltungszustand erlaubt zwar keine Entzifferung, es darf hier aber der selbe Text vermutet werden, wie er sich auch auf anderen Schwellensteinen im Nabû-Tempel erhalten hat (s. Anhang). Die zum Vorhof gerichtete Fassade dieses Raumes weist eine etwas unter 1 m hohe schwarze Bemalung auf, die sich auch über die Fassade von Raum 14 (s. o.) erstreckt und auf Höhe der glasierten Ziegelpodeste diese um ca. 40 cm überragt (Abb. 24). Beim Zugang zu Hof II (Abb. 25) befinden sich in der Angelschwelle drei Vertiefungen für den Verrieglungsmechanismus. Etwas nach links versetzt auf der gegenüberliegenden Langseite befindet sich der Zugang zum Haupthof, hier jedoch ohne beschrifteten Schwellenstein sowie ohne Vorsprünge an der Außenfassade. Auch hier weist die Angelschwelle drei Vertiefungen auf. Ein Altar aus glasierten Ziegeln befindet sich in der Mitte des Hofes zur Südwestfassade hin versetzt (Abb. 34). Räume 15 (4,6 x 14,8 m) und 18 (3,3 x 12 m) an der Nordwest-, bzw. Südostfassade des Haupthofes sind je nur über einen Zugang (B=1,8 m) erreichbar. Wenn man von einer besonderen Bedeutung der Räume mit Angelschwellen ausgeht, verwundert der Umstand, dass, obgleich seiner geringeren Dimensionen, von diesen beiden Räumen nur Raum 18 solche Elemente aufweist. In Raum 15 nehmen zudem mindestens zwei Reihen Regalnischen die Westwand ein. Der Zugang (B=3 m) zu Raum 16 (5 x 13,5 m) zur Linken der Nordwestfassade weist Vorsprünge mit Stabwerk-Nischen-Verzierung (B=5 m) auf. Über der Südwestwand dieses Raumes erreicht man Langraum 27 (2,5 x 33 m), der sich fast über die gesamte Länge des Heiligtum-Komplexes (s. u.) erstreckt31. Einen ähnlichen Raum, Nr. 28 (2,5 x 35,5 m), erreicht man direkt über den Hof am Südostende der Südostfassade. Dieser ist jedoch etwas länger und setzt sich ein Stück weit an seinem Südwestende mit einem Rechtsknick (1,5x 9 m) fort, umschließt also einen Teil des Heiligtum-Komplexes. Zur Mitte der Südostfassade hin befindet sich der Zugang zu Breitraum 17 (4,9 x 18 m). Über einen von der Mitte der gegenüberliegenden Langseite des Raumes etwas nach links versetzt Durchgang ist Hof III erreichbar. Ungewöhnlich ist hier, dass beide Außenfassaden dieses Durchgangsraumes von Stabwerk-Nischen-Vorsprüngen (B=4,3 in Hof II, 5,3 m in Hof III) flankiert werden. In beiden Zugängen ist eine Steinschwelle ohne Inschrift eingearbeitet. Zudem wurden hier Bodenziegel mit ähnlichen Dimensionen wie in Raum 14 (Komplex I) verlegt. In diesem Raum fanden sich Reste der Tür zu Hof III.

2.4.2.4. Komplex III
Hof III – Raum 35 Dieser Komplex wird von Hof III dominiert. Das es sich hierbei um den kleinsten Hof handelt kann lediglich ein Raum, Nr. 35 (3,3 x 8,3 m), sicher seinem Bereich zugeordnet werden. An der Südostfassade teilen zwei vorgerückte Pfeiler (b=2; t=2,5 m) diesen Bereich in drei Nischen (b=4; 5,8; 3,5 m). Über Raum 31 besteht Zugang zu Hof I (s. o.).

2.4.2.5. Komplex IV
Hof IV – Räume 32-34 Hof III wird über seine Südost- und Nordostfassade von Hof IV umschlossen, es besteht jedoch keine direkte Verbindung zwischen den beiden. Hof IV ist über Raum 29 (s. o.) vom Vorhof aus erreichbar. An der Ostecke und Nordostfassade befinden sich Zugänge zu den Breiträumen 34 (2,5 x 5,7 m) und 32 (4,3 x 12,8 m), wobei Raum 32 über einen kleinen Nebenraum, Nr. 33 (4x 4,3 m), an seiner Südostseite verfügt. Die Südwestseite dieses Raumes weist eine kleine vertikale Nische (b=1,3; t=0,5 m) auf. Die Ostwand des Hofes zwischen Raum 34 und der Südostecke wird von drei vorgerückten Pfeilern (b= 2,5; t=4,1-4,5m) in vier Nischen (b=3,5 m) unterteilt. In diesen fanden sich Öfen und zerbrochene Haushaltskeramik, eine Funktion dieses Hofes als Wirtschaftsbereich ist anzunehmen, was auch die Trennung von Hof III mit seiner Stabwerk-Nischen-Fassade erklären würde. Nach Loud handelt es sich bei diesem Komplex ebenso um den Wohnbereich der Priester (Loud – Altman 1938: 59-60).

2.4.2.6. Komplex V
Hof V – Räume 36-46 Über Raum 37 (3,3 x 11 m) an der Südecke des Hofes IV ist das östliche Ende der Nordostfassade von Hof V erreichbar. Ungefähr in der Mitte dieser Fassade besteht ebenso über Raum 36 (3,3 x 10 m) Zugang zu Hof III. Räume 38 (4,5 x 9,8 m) und 43 (3 x 9,3 m) stellen die einzigen Breitkammern mit nur einem Zugang dar. Raum 38 wird von zwei Nische flankiert (4,3 x 6,7 und 3 x 6,5 m), wobei die nördliche der Beiden einen Zugang zur Promenade gewährt. Über einen breiten Durchgang (b=2,5 m) ist Hof V mit Raum 42 (7,3 x 29 m) verbunden, dem größten der Tempelanlage. Interessanterweise sind hier weder Angelschwellen noch eine Türschwelle erhalten. Dieser Raum weist an seiner Nordostwand eine Nische (b=2,5 m), sowie an seiner östlichen Schmalseite einen Zugang zu Raum 39 (4,5 x 7,3 m) auf. An der Südwest- und Nordwestseite dieser Räume liegt ein Raumverbund an. Raum 45 (21,8/23 x 4,9/6,7 m) scheint hier das zentrale Element zu bilden. Über Raum 44 (3,2 x 12 m) mit Hof V verbunden, weist er eine sehr schmale Treppe an der Nordecke auf. An der Westecke befindet sich die schmale Breitkammer 46 (2 x 8 m), unmittelbar westlich daran anschließend eine Nische (3,2 x 3,5 m). Raum 41 an der Südostseite bildet einen Zugang zu Langraum 40 (3/4,3 x 14). Weiterhin ist über Raum 45, ebenso wie von Hof V aus, die Terrassenpromenade erreichbar.

2.4.2.7. Heiligtumkomplex
Räume 19-26 Der Zugang zu diesem Komplex erfolgt über die Südwestfassade des Haupthofes. Die schwarze Sockelbemalung des Haupthofes setzt sich in diese Raumgruppe fort (Loud – Altman 1938 62-63; Abb. 36). Bei den den Hauptzugang (B=3 m) flankierenden Stabwerk-Nischen-Vorsprüngen (B=8, T=1 m) handelt es sich um die größten ihrer Art innerhalb der Tempelanlage. Wie die Vorsprünge der Südwestfassade des Vorhofes (s. o.) weisen auch diese ein vorgelagertes Podest ( H=1,5, T=1 m) aus glasierten Ziegeln auf. Diese weisen die selbe Breite wie die ihnen rückwärtigen Vorsprünge auf, und bieten so Platz für fünf Symbolelemente, bestehend aus Löwe, Adler, Stier Feigenbaum und Pflug mit Sämaschine, sowie an den Innenseiten der König mit einem Wesir (Loud – Altman 1938: 42, 61)32. Auch hier befanden sich wohl flankierende Alabasterfiguren, erhalten sind jedoch lediglich die quadratischen Vertiefungen an ihrem Aufstellungsort. In Analogie zur Fassade zwischen Vor- und Haupthof (s. o.) finden sich auch hier Standartenschäfte auf den Vorsprungsockeln. Sie weisen große Ähnlichkeit zu den Fassaden des Sîn- und des Šamaš-Tempels auf (Loud 1936b: 89-100, 102-7; Loud – Altman 1938: 61; Abb. 35). Über diesen monumentalen sowie über einen etwas kleineren Zugang am westlichen Ende der Fassade (B=2 m) ist Raum 19 (5,5 x 26,8 m) erreichbar. Beide Zugänge weisen Inschriften auf den Schwellen sowie Angelschwellen auf. Dieser Raum erstreckt sich im Gegensatz zu seinen Gegenstücken 3, 13 und 17 fast über die gesamte Länge der Fassade. Raum 19 bildet das Verbindungselement dieses Komplexes mit dem Haupthof, erfüllt jedoch mit drei Raumzugängen auch eine intermediäre Funktion innerhalb des Heiligtumkomplexes. Aus diesem Raum sind Reste der herabgestürzten Balkendecke erhalten (Loud – Altman 1938: 62; s. Hier ...). Über das Südende seiner Südwestwand ist er mit dem Langraum 20 (3 x 23,4 m) verbunden, der Parallel zu Raum 28 (s. o.) verläuft. Dieser Umstand lässt auf eine ähnliche Funktion der Räume schließen. Das Nordende weist einen Zugang zu Raum 23 (6,5 x 7,3 m) auf. Über breite, von Podesten flankierten Stufen, ist dieser mit der höher gelegenen Raumeinheit 24 (6,5 x 9 m) verbunden. Unmittelbar hinter den Stufen ragen Vorsprünge (1,3 x 2,5 m) in den Raum, welche diese beiden Raumeinheiten zusätzlich voneinander abgrenzen. Die Seitenwände von Raum 24 weisen kleine Nischen auf, die sich jedoch nicht durchgängig bis zum Boden erstrecken. Die hintere Wand wird von einer Reihe Stabwerk verziert, welche sich auf der anderen Mauerseite in Raum 25 (s. u.) widerspiegelt. Raum 21 (9 x 14,5 m) ist über den mittleren Zugang (b=4 m) in Raum 19 erreichbar. Dieser Raum stellt den größten dieses Komplexes dar. Gemeinsam mit Raum 22 (9 x 9 m) weist er eine ähnliche Raumteilung wie der Raumverbund 23-24 auf, hier aber sind die raumtrennenden Pfeiler (B=3,5; T=2 m) etwas ausladender. Auch hier wird die Verbindung über Stufen mit Podesten hergestellt. Die Podeste sowie die untersten zwei Stufen der Treppe weisen dieselbe Inschrift (Anhang A) wie die Türschwellen auf, wobei an dieser Stelle die Inschrift an der Front der Podeste angebracht ist. Die hintere Wand des Raumes 22 wird, ebenso wie bei Raum 24, von Pfeilerelementen eingenommen, welche sich, wie bei Raum 25, auch in Raum 26 (s. u.) wiederfinden. Anders als in Raum 24 ist in Raum 22 zusätzlich ein großes Podest (2 x 4 m) angebracht. Rechts davon befindet sich der Durchgangsraum 25 (4 x 6,7 m), über den man den schmalen Breitraum 26 (1,5 x 27 m) erreicht. Dieser fügt sich in das Schema der umliegenden Langräume 27 und 28, und umschließt mit diesen die Räume des Heiligtumkomplexes.

2.5. Zur Gottheit Nabû und der Identifikation des Tempels
Der früheste Beleg des Namens taucht unter der Form dNa-bi-um bei altakkadischen Personennamen auf. Der Begriff geht wahrscheinlich auf die semitische Wurzel nbi (rufen, nennen) zurück. In nach-altbabylonischer Zeit werden die logographischen Bezeichnungen dAK und dPA verwendet. Der Gott gewinnt im Laufe des 8. u. 7. Jh. v. Chr. im neuassyrischen Pantheon scheinbar immer mehr an Bedeutung, denn Personennamen, welche den Gottesnamen Nabû enthalten, nehmen in diesem Zeitraum stetig zu. So führen in der Zeit etwa ein drittel bis zur Hälfte der bekannten Schreiber den Gott in ihrem Namen. Sicher archäologisch fassen lassen sich Nabû-Tempel in Dur-Šarrukin, Assur, Niniveh, Kalhu, Guzana und Kurba'il. In den Schriften Sargons II. wird oft die Triade Aššur-Nabû-Marduk angerufen. Unter seiner Herrschaft wird der Nabû-Tempel in Niniveh restauriert und ein neuer in Dur-Šarrukin errichtet, der in Inschriften die Bezeichnung Ezida führt. Ab dieser Zeit wird die Bezeichnung 'provider (zanin) for Esagil and Ezida' der Herrschertitulatur hinzugefügt. Anthropomorphe Darstellungen der Gottheit sind nur vereinzelt und lediglich für die neuassyrische Zeit belegt. Überwiegend taucht der Gott jedoch als Griffel-Symbol dargestellt auf, gelegentlich mit einer als Rechteck dargestellten Schreibtafel. Die früheste Darstellung im assyrischen Raum ist auf Tukultī-Ninurtas I. Symbolsockel aus Assur erhalten33. Ab der Zeit des Adad-Nirari III. ist der Griffel des Nabû in Verbindung mit dem Spaten Marduks ein festes Bildelement auf mittel- und neuassyrischen Königsstelen. Auf Rollsiegel wird der Griffel in dieser Zeit zu zwei übereinander sitzenden Keilen stilisiert. Auf Bronzebeschlägen und auf emaillierten Ziegeln wird das Symbol auf dem Rücken eines Schlangendrachen dargestellt, dem attributiven Tier Nabûs (Herles 2006: 237-240; RLA 9 Nab – Nanše (1998) 16-24 s. v. Nabû. A. Philologisch. (F. Pomponio)).

2.6. Zum Schema des Nabû-Tempels in neuassyrischer Zeit
Der charakteristische Grundriss des Heiligtums in Verbindung mit Bauinschriften erlauben eine sichere Identifizierung von Nabû-Tempeln in Nimrud und Assur. Assurnaṣirpal II. (883‑859) und Adad-Nīrāri III. (810‑783) erwähnen außerdem Renovierungen am Nabû-Tempel in Nimrud. Schriftlich belegt sind von Letzterem auch Renovierungsarbeiten am Nabû-Tempel in Niniveh, der Tempel selbst ist leider sehr schlecht erhalten. Sîn-šar-iškun (?-612) renovierte eigenen Angaben zu folge einen Nabû-Tempel in Assur (RLA 9 Nab – Nanše (1998) 24-29 s. v. Nabû. B. Archäologisch. (U. Seidl); (Grayson 1996) 291-220; (Luckenbill 1989b) 413-414 §1153). Diese Phase des Tempels ist archäologisch fassbar und stellt den frühesten archäologischen Beleg für einen Nabû-Tempel in Assur dar (Schmitt 2012 5)34. Der Tempel in Nimrud (Kalḫu) (Abb. 37)35 liegt, ähnlich dem Dur-Šarrukin, auf einer mehrere Meter hohen Terrasse, die über einen Treppenaufgang erreicht wird. Auch hier wird das Heiligtum über drei mit Vorsprüngen versehene Fassaden – teilweise von Statuen flankiert – mit dahinterliegenden Langräumen und zwei hintereinander angeordneten Höfen mit zugehörigen Nebenräumen erreicht. Hier weicht jedoch die Ausrichtung der Hof-Raum-Einheiten etwas vom Grundriss Dur-Šarrukins ab. Das Heiligtum weist zwei nebeneinanderliegende Langraumtempel auf, welche von einem umlaufenden, schmalen Langraum umgeben werden. Dieser Komplex befindet sich bei Betreten des Haupthofes zur Rechten des Betrachters. Vorhof, Haupthof und Heiligtum umschließen hier L-förmig einen Hof-Raum-Komplex, der scheinbar für das Akītu-Fest genutzt wurde. Leider erlaubt den hier der schlechte Erhaltungszustand keine Rückschlüsse auf die Fassadengestaltung (Heinrich 1982 249-250 , 266-268; Mallowan, M. E. L. 1966 231-288). Ein weiteres Beispiel findet sich in Tall Halaf. Der äußere Grundriss des in das 7. Jh. n. Chr. datierten (Langeneffer – Oppenheim 1950: 403) Stadttempels in Guzāna (Tell Ḥalaf) weist in einigen Aspekten Ähnlichkeiten zum Nabû-Tempel in Dur-Šarrukin auf (Heinrich 1982 251-252; Langeneffer – Oppenheim 1950 349-357, Turner 1968; Abb. 38). Das Innere des Heiligtums (A-F) entspricht in seiner Raumeinteilung weitestgehend derjenigen um Raum 36 im Tempelkomplex der Palastterrasse. Der Hof weist Elemente von Hof I und II auf, Nische G in Tell Halaf korrespondiert bspw. mit Raum 7. Eine Fassade mit vorspringenden Elementen bildet auch hier den Zugang zu einem Breitraum, über den der Hof erreicht wird. Räume M, N und O scheinen in ihrer etwas abweichenden Flucht dem Schema der Komplexe III, IV und V des Nabû-Tempels in Dur-Šarrukin zu folgen. Die Mauern sind mit Lehm und einem Gipsüberstrich verputzt. Der Boden der Cella ist durchgängig mit Kalksteinplatten verlegt, die Höfe und Räume mit Bruchsteinen. Das Ziegelformat des Tempels in Tell Halaf entspricht mit 40x40x10 cm ebenfalls dem aus Dur-Šarrukin (Langeneffer – Oppenheim 1950: 383; Loud – Altman 1938: 13). Die Datierung und Identifizierung als Nabû-Tempel erfolgt über Vergleiche des Grundrisses der relativ sicher bestimmten Nabû-Tempeln aus Assur und Dur-Šarrukin. Leider ist auch hier die Höhe der erhaltenen Struktur so gering, dass keine ergänzenden Informationen zur Rekonstruktion des aufgehenden Mauerwerks gewonnen werden können. Turner glaubt, in der Anordnung einer Raumgruppe im Palast Tiglat‑Pilesers III. (744‑727) in Arslan Taš (Ḫadātu) eine ähnliche Raumordnung wiederzuerkennen, wie sie im Nabû‑Heiligtum in Dur-Šarrukin vorliegt (Turner 1968; Abb. 39). An diesem Beispiel wird besonders die Ähnlichkeit neuassyrischer Nabû-Tempelkomplexe zu Palästen dieser Zeit deutlich. Hier könnten durchaus für den gesamten Komplex Parallelen zum früheren Nabû-Tempel in Nimrud oder zum späteren in Dur-Šarrukin gezogen werden, vor allem in Bezug auf die Raumkompartimentierung um zwei Höfe sowie die Ansiedlung des vermeintlichen Heiligtums im Bītānu direkt gegenüber des Thronsaals. Folgt man dieser Annahme, so scheint es sich bei dem sog. Weinkeller im Nordostflügel von Sargons II. Palast in Dur-Šarrukin ebenfalls um ein Nabû-Heiligtum zu handeln. Auch dieser weist zwei über einen gemeinsamen Breitraum erreichbare Langräume auf, welche von Schmalräumen umgeben sind. Für einen sakralen Charakter dieser Räume würde auch die Nischengliederung an den Außenwänden sprechen, wie sie auch bei den Palast-Tempeln und für die Terrasse des Nabû-Tempels belegt ist. Nach Heinrich wurde dieses Heiligtum in Anlehnung an dasjenige in Ḫadātu errichtet. Später soll Sargon II. umdisponiert und einen Nabû-Tempel mit integriertem Festareal sowie mit Wirtschafts- und Verwaltungstrakten nach dem Vorbild des Nabû-Tempels in Nimrud in Auftrag gegeben haben. Nach dessen Fertigstellung wurde das Nabû-Heiligtum auf der Palastterrasse obsolet und die Raumgruppe wurde zu einem Lager umfunktioniert (Heinrich 1982: 250-251; Heinrich 1984: 133-143; Thureau-Dangin u. a. 1931). Ungewöhnlich beim Tempel in Ḫadātu und beim Weinkeller in Dur‑Sharrukin ist der Umstand, dass die hofverbindenden Fassaden sowie die vor den Heiligtümern keine Vorsprünge aufweisen. Im Fall von Ḫadātu ließe sich das evtl. mit dem Fehlen solcher Elemente im gesamten Palast als lokale Eigenheit der Architekturgestaltung erklären, in Dur-Šarrukin finden sich aber Vorsprünge sowohl im Palast als auch in den Palast-Tempeln. Der Nabû-Tempel in Assur, welcher anhand von beschrifteten Tonnägeln Sîn-šar-iškun zugeschrieben wird, ist auf Resten von Tempeln aus der Zeit Tukultī‑Ninurtas I. (1243‑1207), Aššur-rēš-išis I. (1132-1115) und Salmanassars III. (858‑824) errichtet (Heinrich 1982 143-144; Abb. 40). Sîn-šar-iškun selbst nennt in seiner Bauinschrift Salmanasser I. (1273‑1244) als ursprünglichen Bauherren des Tempels, für die Zeit danach werden Reparaturen von Aššur-rēš-išis I. (1132-1115) und Adad-Nīrāri III. (810‑783) erwähnt (Schmitt 2012: 100). Der Tempel folgt im allgemeinen dem Schema der obigen Tempelanlagen, ganz besonders jedoch derjenigen in Nimrud. Wie dort umschließen auch hier Vorhof, Haupthof und Heiligtum eine Raumeinheit. Diese ist hier jedoch kaum erhalten, eine Interpretation als bereich des Akītu-Festes wie im Fall des Tempels in Nimrud ist also fraglich. Der Grundriss weist eine ähnliche Ausrichtung der Gesamtanlage und der Funktionseinheiten untereinander auf. Die zwei Cellae sind hier, im Gegensatz zu allen anderen Nabu-Tempeln, gleich bemessen, eine sichere Zuordnung derselben zu Nabû bzw. Tašmētu ist hier evtl. über die Anbindungen zu umliegenden und zwischen die Cellae geschalteten Räumen möglich. So könnte die rechte Cella aufgrund der Anzahl der von ihr aus erreichbaren Kammern als die Cella des Nabû gedeutet werden. Weiterhin ist ungewöhnlich, dass zwischen den beiden Cellae zwei kleine Räume in Reihe eingefügt sind, welche über die rechte Cella zugänglich sind. Die Cellae werden über zwei getrennte Vorräume erreicht, zwischen denen eine Kammer liegt. Der Zugang zur Tempelanlage weist auch hier Vorsprünge auf, ebenso wie die Zugänge zu den Cella-Vorräumen. Größtenteils sind lediglich die Fundamente des aufgehenden Mauerwerks erhalten. Hier können also keine Hinweise auf die genaue Gestaltung der Fassaden erwartet werden. Jedoch scheint die tiefere Ausdehnung des Fundamentes am Mauervorsprung des Tempeleingangs auf ein höheres Mauerwerk an dieser Stelle hinzudeuten. Der Mauervorsprung kann also an dieser Stelle als Turm rekonstruiert werden (Schmitt 2012). Die archäologische Quellenlage zur Rekonstruktion von neuassyrischen Tempelfassaden ist, wie oben aufgezeigt, relativ ungünstig. Tatsächlich bieten außerhalb des Nabû-Tempels selbst lediglich die Tempel der Palast-Terrasse die besten Quellen zur Rekonstruktion einiger Fassadenelemente (s. o.).
3. Rekonstruktion nicht erhaltener Elemente

3.1. Grundvoraussetzungen
Wie oben bereits ausgeführt können andere Nabû-Tempel aufgrund ihres schlechteren Erhaltungszustandes wenig Hinweise zur Rekonstruktion der aufgehenden Architektur des Nabû-Tempels in Dur-Šarrukin liefern. An dieser Stelle sollen weitere mögliche Quellen zur Klärung der Rekonstruktionsfrage beleuchtet werden. Hierfür werden Archäologische Befunde, Bauinschriften, Reliefs und Rollsiegel berücksichtigt. An dieser Stelle werden auch neuassyrische Tempel anderer Gottheiten berücksichtigt36. Generell machen Bau- und Gründungsinschriften neuassyrischer Zeit keine detailierten Angaben zur Gestaltung von Tempelfassaden. Lediglich Paläste werden etwas näher beschrieben. Da neuassyrische Tempel sich an Palastarchitektur orientieren (Heinrich 1982: 245-246, 251), könnten diese Ausführungen tendentiell zur Rekonstruktion bestimmter Architekturelemente der Tempel dienen.

3.2. Gestaltung der Stadt- und Zitadellenmauer, Lage der Tore
Die Höhe der Stadtmauer kann anhand der Bodenhöhe der Palastterrasse abgeleitet werden. Da die Terrasse in der Horizontalen über die Flucht der Stadtmauer hinausragt, darf angenommen werden, dass, um die fortifikatorische Integrität nicht zu gefährden, die Stadtmauer den Boden der Terrasse an Höhe (12 m) zumindest nicht überragt haben dürfte (Loud – Altman 1938: 18, 90). In der sog. Stierkoloss-Inschrift aus Khorsabad (Fuchs 1994: 303-307) wird, nach einer Auflistung der innen- und außenpolitischen Errungenschaften (Fuchs 1994: 303-304 §§5-39) Sargons II., in groben Zügen die Errichtung der Stadt beschrieben (Fuchs 1994: 304-306 §§40-92). Sie befindet sich an den Lamassu, welche wichtige Durchgänge innerhalb des Palastes sowie Tore flankieren. Mit Ausnahme des Stierpaares M1 und M2 ist die Inschrift nicht jeweils vollständig angebracht, sondern je auf zwei zusammengehörige Stiere verteilt. Generell decken sich die in der Inschrift erwähnten Dimensionen der Stadtmauer mit dem archäologischen Befund37. Interessant ist, dass hier acht Stadttore mit Lage und Namen erwähnt werden, im archäologischen Befund jedoch nur sieben fassbar sind. Hier vermutet Fuchs, unter anderem aus strategischen Gründen, dass sich im nicht ergrabenen Bereich der Palastzitadelle ein weiteres Stadttor befunden haben müsste (Fuchs 1994 295 Anm. 91). Diese Annahme halte ich jedoch für unbegründet. Zum einen sind die Ruinenhügel sowohl der Stadt- als auch der Zitadellentore recht deutlich in der Höhenkarte erkennbar, zum anderen lässt sich oft in der Baubeschreibung keine genaue Differenzierung zwischen der Palastzitadelle und Stadtanlage erkennen (Fuchs 1994: 305 §§67-69)38. So könnte es sich also bei dem Haupttor zur Zitadelle, welches die selbe Ausrichtung aufweist wie Tor 7, um das besagte achte Tor handeln39. Aufschluss könnte jedoch lediglich eine Sondierung des von Fuchs vorgeschlagenen Stadtmauerbereiches liefern. Allgemein sind Reliefdarstellungen von Städten neuassyrischer Zeit, welche eindeutig dem assyrischen Kulturkreis zugeordnet werden können, sehr selten40. Bewehrte Feldlager, wie sie in Darstellungen Assurnaṣirpals II. auftauchen (Wallis Budge, E. A. 1914: Taf. 16), müssen als Rekonstruktionsvorlage hier vernachlässigt werden, da es sich bei diesen nicht um permanente Stadtanlagen handelt. Fremdländische Stadtbefestigungen – oft durch gegen sie gerichtete Kampfhandlungen der Assyrer deutlich erkennbar – werden hier ebenso wenig berücksichtigt41. Aus Assurbanipals (668-627) Nordpalast in Niniveh sind uns jedoch Reliefs erhalten, welche zur Rekonstruktion der aufgehenden Elemente neuassyrischer Stadtanlagen und Tempel hinzugezogen werden können (Abb. 42, 43)42. Auf der Orthostate 10 (?) aus Raum H wird eine Stadtanlage43 mit einer niedrigen, vorgelagerten Stadtmauer, sowie zwei größeren Stadtmauern abgebildet. An der äußersten Wehranlage, rein frontal zu sehen, ist ein gewölbtes Tor zu sehen. Die zwei obersten Mauern sind scheinbar perspektivisch dargestellt, bei beiden ist die Promenade der Mauer zu sehen. Über der obersten Mauer sind scheinbar zwei Zugänge zu einem Palast abgebildet. Dies erschließt sich zum einen aus den sehr detailliert ausgearbeiteten Lamassu, die auch aus dem archäologischen Befund für Palasteingänge belegt sind, zum anderen sind hier säulentragende Löwen zu sehen, wie sie bei Sargons II. und später bei Sanheribs Beschreibung ihrer jeweiligen Paläste auftauchen.44 Die Darstellung der Wehranlagen der Stadt stimmt weitgehend mit dem archäologischen Befund Ninivehs (Madhloum) und den Beschreibungen Sanheribs überein.45 Im oberen Teil und somit im Zentrum der Wehranlagen steht ein Palast. Das obere Register von Orthostate 9 aus Raum I deckt sich in der Komposition und den abgebildeten Elementen mit denjenigen auf Orthostate 10 (?). Die Identifizierung dieser Stadt mit Erbil ist aufgrund der Beischrift gesichert. Die Wehranlagen entsprechen in Anzahl und Aussehen denen des Reliefs aus Raum H, jedoch sind hier die Rückwände scheinbar unverzinnt belassen.46 Beide Hauptmauern weisen gewölbte Zugänge auf.47 Auch hier thront über der obersten Mauer auf der rechten Seite scheinbar eine Palastfassade mit vier Säulen, die sich mit dem Befund des sog. Monument X im Westen der Palastterrasse decken (Abb. 44)48. Zusätzlich ist hier eine Tempelfassade abgebildet, klar erkennbar an den zwei Standarten. Der Vergleich der Abbildung mit dem archäologischen und philologischen Befunden zu neuassyrischen Städten spricht also für einen relativ hohen Realitätsgehalt von Architekturdarstellungen zu dieser Zeit. Auf Grundlage dieser Reliefabbildungen dürfte es sich bei den periodischen Vorsprüngen der Stadt- und Zitadellenmauer um Turmelemente handeln. Diese können die Mauer in der Vertikalen nicht weit überragt haben, da sie sonst heute noch im Höhenprofil zumindest erahnbar wären. Wenn von korrekt dargestellten Proportionen in den oben erwähnten Reliefs, zumindest innerhalb der einzelnen Bildelemente, ausgegangen wird, lässt sich über die geschätzten Mauerhöhe von 12 m (s. o.) grob eine Turmhöhe von 14,5 m ermitteln. Loud's Rekonstruktion der Wehrtürme gibt ein ähnliches Bild wieder (Abb. 45). Auf den Reliefs sind Mauern und Türme auf ihrer gesamten Länge verzinnt dargestellt. Weitere Beispiele aus Nimrud, welche für eine Verzinnung der Stadtbefestigung sprechen, finden sich in einem als Miniatur einer Stadtanlage gestaltetem Kohlebecken (Abb. 46), sowie einem Keramikfragment (Abb. 47) und einer Elfenbein-Pyxis (Abb. 48) mit Darstellungen einer Stadtmauer. Sicher belegt sind in Khorsabad zudem Zinnen aus Kalkstein an der Brüstung der Palastterrasse (Loud – Altman 1938 40; Abb. 49), evtl. als eine Fortsetzung des hypothetischen inneren Zinnenkranzes der Stadtmauer. Ein weiteres Beispiel für Kalksteinzinnen ist aus der Vormauer von Niniveh gesichert (Madhloum). Ein späteres Beispiel – ebenfalls aus Kalkstein – ist aus Assur, genauer aus der Verkleidungsmauer des Mušlal, der nach Asarhaddon entstanden sein muss, bekannt (Andrae 1913 90, Abb. 136). Nach Betrachtung der Quellen scheint es angebracht, die Befestigungsanlagen mit niedrigen Turmvorsprüngen sowie komplett verzinnt zu rekonstruieren. Diese Annahme deckt sich – von der Verzinnung abgesehen – mit der Rekonstruktion Louds (Abb. 45).

3.3. Höhe des aufgehenden Mauerwerks
Innerhalb von Gebäuden nimmt Loud an, dass die Mauerdicke die ursprüngliche Höhe derselben bedingt. Konkret stützt er sich hierbei auf die in ihrer Höhe fast vollständig erhaltene Wandbemalung aus einer Mauer der Residenz K in Khorsabad. Die Minimalhöhe – sie entspricht der horizontalen Dimension der erhaltenen Malerei – setzt Loud in direkte Relation zur Mächtigkeit der Mauer an dieser Stelle (Abb. 50). Ein weiterer Anker zur Rekonstruktion der Mauerhöhen bildet Sargons II. eigene Angabe zur Höhe seiner Palastmauern mit 18 m (Fuchs 1994: 299 §§34-39). Anhand dieser beiden Daten und der jeweils erhaltenen Mauerdicke werden alle übrigen Mauerhöhen interpoliert. Hierbe kommt Loud auf eine Höhe von 10-12 m in sekundären, und 14‑16 m bei primären Raumeinheiten in Residenzenen. Beim Nabû-Tempel geht Loud aufgrund seiner Bedeutung von höheren Wänden aus. Die Annahme einer direkten Verbindung zwischen Mauerdicke und Mauerhöhe würde im Fall des Nabû-Tempels zu einer Erhöhung der Mauern zum Heiligtum hin führen. Dieses Bild versucht Loud weiterhin durch eine scheinbare Korrelation von Schuttvolumen und hypothetischer Mauerhöhe am Befund zu untermauern (Loud – Altman 1938 19-20). Genaue Höhenangaben finden sich in Gründungsinschriften fast ausschließlich zu Terrassen und Palastmauern. Eine Ausnahme bildet eine Inschrift Assurbanipal. Der Herrscher gibt bei seiner Beschreibung von Renovierungsarbeiten am Ehulhul, dem Sin-Tempel in Harran, 30 tipki als Gesamthöhe des Tempels an (nach Luckenbill 1989b 353 §914). Bei einem für das neuassyrische Reich standardisierten Lehmziegelformat von ca. 40x40x10-12 cm (Loud – Altman 1938: 13) ergibt sich, bei einer Bauweise ohne Fugenmaterial, eine Höhe von 3-3,6 m. Dies scheint vor allem im Vergleich mit der bekannten Höhe des Balawat-Tores von 7,25 m unwahrscheinlich (s. u.). Hier ist eine eingehende philologische Quellenkritik nötig. Womöglich ist hier das Hinzufügen dieser Ziegellagen auf die ursprüngliche Höhe gemeint. Eine solche Formulierung wird auch sonst in Bauinschriften Restaurierungen bei Beschreibung von Restaurationsarbeiten verwendet. Auf Grundlage dieser Quellen kann lediglich eine sehr grobe Annäherung an absolute Höhenmaße versucht werden. Louds These könnte durch Untersuchungen am Fundament überprüft werden. Hier müssten die Fundamente verschieden mächtiger Wände miteinander verglichen werden. Wenn in Bereichen besonders mächtiger Mauern das Fundament ungewöhnlich tief ausgehoben ist, könnte dies als Indiz für eine höhere Mauer an dieser Stelle gedeutet werden. Leider sind weder am Nabu-Tempel noch an den Palast-Tempeln Untersuchungen am Fundament erfolgt. Trotz des Klärungsbedarfs erscheint mir Louds Annahme berechtigt und wird in der vorliegenden Rekonstruktion berücksichtigt.

3.4. Vorspringendes Mauerwerk an Durchgängen
Den vorspringenden Elementen an den großen Durchgängen des Nabû-Tempels spricht Loud eine vorrangig dekorative Funktion zu und schließt daraus, dass diese Elemente die dahinterliegende Fassade überragt haben müssen, um sich auch in der Vertikalen von ihnen abzusetzen (Loud – Altman 1938: 36-37). Diese Annahme wird durch die Untersuchungen am Fundament des Vorsprunges am Zugang zum Nabu-Tempel in Assur bestätigt (s. o.). Zusätzlich wird diese Hypothese durch Tempeldarstellungen auf Reliefs (Abb. 43) sowie auf dem sog. „Weißen Obelisken“ (Boehmer 1968: Beilage 3; Abb. 51) gestützt. Eine weitere Quelle zur vertikalen Dimension dieser Elemente findet sich in mittelassyrischen Siegelabrollungen aus Assur (Abb. 52). Aufgrund der verschobenen Bedeutungsperspektive und der heraldischen Natur des Mediums lassen sich hier kaum Aussagen zu absoluten Dimensionen machen. Dennoch ist es möglich, ein relatives Höhenverhältnis der Architekturelemente zu deduzieren. Bei Betrachtung dieser Abrollungen scheint es sich bei den die Eingänge flankierenden Vorsprüngen des archäologischen Befundes tatsächlich um Turmelemente zu handeln, welche die dahinterliegende Fassade ein Stück weit überragen. Weitere Siegel aus neuassyrischer Zeit (Abb. 53) scheinen diese These ebenfalls zu bestätigen. Loud nimmt an, dass die Vorsprünge an den Seitenfassaden des Haupthofes sowie diejenigen am Eingang zu Raum 14 die Mauerkrone der Fassade nicht überragt haben dürften. Dies bedeutet, dass jeder Hof mit lediglich einem monumentalen Zugang bestückt war, und jede Fassade maximal einen dieser Zugänge aufweisen durfte. Auch diese Vermutung fußt auf Louds eigenes Schönheitsempfinden und ist nicht belegt. Die vorliegende Rekonstruktion soll trotzdem diese Annahme aufgreifen.

3.5. Zinnen
Eine Urkunde Assurnasirpals II. aus Assur erwähnt laut Heinrich Zinnen auf dem Sin-Šamaš-Tempel (Heinrich 1982: 264, nach Haller 1955: 83). Nach Luckenbill (Luckenbill 1989a: 198-199 §552) ist hier jedoch nur der obere Abschluss des Tempels ohne eine genauere Spezifizierung gemeint. Auch Sargon II. erwähnt auf der sog. Silbertafel aus Khorsabad nach Fuchs Zinnen auf den Mauern seiner Paläste (Fuchs 1994 299 §§34-39), Luckenbill übersetzt hier jedoch „coping“, also zu deutsch „Mauerkrone“ (Luckenbill 1989b: 58 §110). Der hier verwendete akkadische Begriff lautet nach Fuchs (Fuchs 1994: 50 §39) gaba-dib-bi-šú-nu (CAD gabadibbû), was gemeinhin mit Brüstung übersetzt wird. Nach Baumgartner ist hier ein Zinnenkranz gemeint. Diese Bedeutung spricht er auch weiteren Begriffen zu, welche in neuassyrischen Bauurkunden in ähnlichem Kontext zur Beschreibung von Gebäuden verwendet werden. Er beruft sich dabei auf dieselben ikonographischen Quellen, die in der vorliegenden Arbeit zur Rekonstruktion dieser Elemente herangezogen werden (Baumgartner 1925). Um einen Zirkelschluss zu vermeiden müssen also philologische Belege neuassyrischer Zeit, in denen angeblich Zinnen erwähnt werden, vorerst unberücksichtigt bleiben. Aus Dur-Šarrukin selbst sind nach Place zwei Zinnen aus Lehmziegel am Aufgang der Zikkurat erhalten (Abb. 54). Man könnte hier eine Korrelation zwischen Zinnen und Kultbauten annehmen. Vom archäologischen Befund ausgehend scheinen sich die Zugangsfassade des Tempels in ihrer Gestaltung an Wehrarchitektur zu orientierten. Möglicherweise könnten auch Befunde und Hinweise zu Letzteren zur Rekonstruktion des Nabû-Tempels beitragen (s. o.). In diesem Fall kann zumindest eine Verzinnung der Zugangssfassaden vermutet werden. Die Abbildung eines neuassyrischen Palastes auf den Bronzebändern Assurnasirpals II. zeigt ebenfalls eine durchgängige Verzinnung dessen Mauern und Türme (Heinrich 1982: 263; Abb. 55). Auch ältere Darstellungen auf dem sog. Weißen Obelisken des Assurnasirpal I. zeigt Mauerkronen assyrischer Gebäude ausschließlich gezinnt ({Boehmer 1968; Abb. 56). Aus der Glyptik der mittelassyrischen Zeit sind einige Tempeldarstellungen erhalten, auf denen sowohl Fassade als auch Turmelemente Zinnen aufweisen (Abb. 52). Auch auf einem Siegel der neuassyrischer Zeit ist ebenso eine gezinnte Tempelfassade abgebildet (Abb. 53 unten). Nach Loud nimmt die Verwendung von Zinnen als Zierelement zum Heiligtum hin zu. So nimmt er für die Fassade zwischen Vor- und Haupthof unverzinnte Turmvorsprünge an. Im Vorhof wiederum will er an der Fassade zum Haupthof eine Verzinnung der Turmelemente und deren Zwischenraum sehen. Im Haupthof sollen bei der Fassade zum Heiligtum ebenfalls die Turmvorsprünge und deren Zwischenraum verzinnt sein, zusätzlich nimmt Loud eine komplette Verzinnung der zwei hier anliegenden Fassaden des Haupthofes – mit Ausnahme derer Vorsprünge – an. Der Ausgräber scheint sich hier wieder auf sein eigenes Ästhetikempfinden zu berufen, archäologische, philologische oder kunsthistorische Quellen zu seinen Ausführungen sind nicht angegeben. In Anbetracht der schlechten Quellenlage ist eine definitive Aussage zur Natur der Verzinnung des vorliegenden Tempels nicht möglich. Eine Nutzung dieses Elementes scheint aber wahrscheinlich, zumindest scheinen alle Quellen merkbar in diese Richtung zu deuten. Eine Rekonstruktion ohne Zinnen sollte aber zumindest als Möglichkeit nicht außer Acht gelassen werden.

3.6. Decken
Hinweise auf eine plane Deckengestaltung der Räume Dur-Šarrukins haben sich in Form zahlreicher Lehm- und Pflasterabdrücke erhalten. Für die Cella des Nabû-Tempels selbst finden sich so Hinweise auf vier Deckenbalken mit 3,9-4,4 m Länge, 0,5-0.9 m Breite und ca. 0,2 m Dicke. In Raum 19 konnten Holzbalkenabdrücke auf Lehm sowie Reste des Holzbalkens selbst geborgen werden. Generell ließ sich Holz in so gut wie allen Räumen nachweisen. Außer im Tempel sind Deckenbalken noch im Thronsaal des Palastes und in Tor 7 nachgewiesen. In großer Anzahl wurden ebenso Steinwalzen geborgen, welche wohl zur Dachreparatur eingesetzt wurden, was lediglich bei flachen Lehmdächern nötig ist. Mit diesen Steinwalzen musste auf dem Dach das Lehmmaterial nachgewalzt werden um durch Regen und Feuchtigkeit entstandene Risse wieder zu glätten, andernfalls würde beim Trocknen die Gefahr eines Einsturzes bestehen (Loud – Altman 1938: 16, 23-24). Der Archäologische Befund deckt sich mit den Schriftlichen Quellen zur Gestaltung der Decken. Bei den Beschreibungen der verwendeten Materialien in der Stierkoloss-Inschrift aus Khorsabad ist nicht eindeutig zwischen Palästen und Heiligtümern als das angesprochene Objekt zu unterscheiden (Fuchs 1994: §§57-66). Von der Textstruktur ausgehend könnten aber beide Gebäudegattungen gemeint sein, hier könnte man also für beide ähnliche Materialien und grobe architektonische Merkmale annehmen. In der Palastbeschreibung werden Zedernbalken als Träger für die Dachkonstruktion (Fuchs 1994 §§64) erwähnt, hier darf bei den Tempeln eine ähnliche Machart angenommen werden.

3.7. Standarten
Loud's Nachuntersuchung der Palast-Tempel konnte Standarten an den Eingängen zum Sin- und zum Šamaš-Heiligtümern nachweisen (Abb. 57). Auch hier sind sie, wie im Nabû-Tempel, an den Zugangsfassaden der Cella-Vorräume auf einem emaillierten Sockel vor den Turmvorsprüngen angebracht. Weder die Standartenschäfte selbst noch die Standartenköpfe sind erhalten. Im Fall der von Place ergrabenen Standarte vor dem Sîn-Heiligtum handelt es sich um Zedernstämme von 40 cm Durchmesser. Place beschreibt eine Bronzeverkleidung, welche ihm der Oberflächenstruktur eines Palmenstammes nachempfunden scheint. Die Länge der umgestürzt aufgefundenen Reste dieses Standartenschaftes gibt Place mit 9 m an, und nimmt eine ursprüngliche Gesamtlänge von 10-11 m an. Eine weitere Standarte wurde von Loud umgestürzt vor dem Eingang zum Šamaš-Heiligtum entdeckt. Dieses Exemplar ist mit ringförmigen, 70 cm breiten, umlaufenden Bronzebeschlägen versehen. Diese sind in einem Abstand von knapp 70 cm voneinander angebracht und weisen Gravuren im Stil der Türbeschläge aus dem Nabû-Tempel auf (Loud 1936b: 98, 104-106; Loud – Altman 1938: 16). Standarten in einem architektonischen Kontext sind u. a. aus Bauurkunden der mittel- und neuassyrischen Zeit bekannt. Salmanasser I. erwähnt Standarten am Kalkal-Tor des Assur-Tempels in Assur (Grayson 1996 192 19-26). Philologisch können Standarten erst wieder ab Assurbanipal bestätigt werden. Hier wird die Aufstellung von mit Silber und Gold beschlagenen Standarten vor Tempeleingängen des Ištar-Tempels in Erbil und des Nergal-Tempels in Tarbisu beschrieben ((Luckenbill 1989b) 377 §§982-983; RLA 13 Spinnen. A – Steuer E. (2011) 106-116 s. v. Standarte (standard). A. Philologisch. (B. Pongratz-Leisten)). Aus mittelassyrischer Zeit ist eine Darstellung auf einem Symbolsockel aus Assur erhalten, auf der zwei laḫmu je eine Standarte mit einem achtspeichigen Standartenkopf mit Quasten halten (Abb. 58). Einen weiteren Hinweis aus jüngerer Zeit liefert die Darstellung einer Tempelfassade auf einem Relief Assurbanipals (Abb. 43). Hier ragen die Schäfte nach oben über die Fassadenkrone hinaus und schließen in scheibenförmigen Standartenköpfen mit Quasten ab. Eine Tempeldarstellung auf einem neuassyrischen Siegel zeigt ebenfalls Scheibenstandarten mit Quasten, auch hier überragen sie die Mauerkrone (Abb. 53 unten). Weitere Standartendarstellungen im Kontext von Heiligtümern dieser Zeit lassen ebenfalls auf eine Scheibe als Standartenkopf schließen (Abb. 59, 60). Die in der perspektivischen Ansicht der Fassade des Heiligtums (Abb. 61) sichtbaren Standartenköpfe rekonstruiert Loud scheinbar auf Basis des Erbil-Reliefs aus Niniveh (Abb. 43). Allerdings scheint er sich bei der Höhe an Place`s Angaben der Standarten des Sîn-Tempels auf der Palast-Terrasse zu orientieren (s. o.), die Standartenköpfe bleiben also unter dem Niveau der Mauerkrone. Hier liegt eine außerordentliche Diskrepanz zwischen archäologischem Befund und den Darstellungen dieser Zeit vor. In diesem Fall scheint es angebracht, beide Variationen in der Rekonstruktion zu berücksichtigen.

3.8. Position und Gestaltung der Stabwerk-Nischen-Elemente
Die Positionen der Pfeiler-Nischen-Elemente sind aufgrund der erhaltenen Höhe des Mauerwerks für den Nabû-Tempel bekannt (s. o.). An der Nordwestwand der Tempelterrasse konnte ein umgestürzte Wandverkleidung geborgen werden, welche sich nach Loud nicht der Terrasse zuordnen lässt. Loud nimmt aufgrund dessen auch eine Verzierung der Außenwände des Überbaus mit diesen Elementen an (Loud – Altman 1938: 37, Taf. 14 B; Abb.62). Leider ist dieser Schluss anhand der Publikation nicht nachvollziehbar. Wie aus der Luftaufnahme ersichtlich (Abb. 10), ist nicht die gesamte Wand der Terrasse ergraben worden, der Befund könnte also auch einer dieser umliegenden Bereiche zugeordnet werden. In der vorliegenden Arbeit werden diese Elemente folglich nicht rekonstruiert. Die vertikale Ausdehnung und Beschaffenheit dieser Elemente ist, zumindest für den Überbau, nicht gesichert. Loud nimmt, wie aus seiner Rekonstruktion ersichtlich, eine durchgehende Verzierung bis knapp unter dem oberen Wandabschluss an, und orientiert sich hierbei an den Pfeiler-Nischen-Elementen der Terrasse. Auch was die Rekonstruktion der nicht erhaltenen oberen Abschlüsse angeht nimmt Loud eine einheitliche Gestaltung an, und entfernt sich von der Rekonstruktion Places (Loud – Altman 1938: 39)49. Bei Rollsiegeln mittelassyrischer Zeit (Abb. 52) ist keine einheitliche Verzierung dieser Elemente erkennbar, Aussagen zur vertikalen Ausdehnung der Stabwerk-Nischen-Elemente lassen sich anhand dieser Quellen nicht eindeutig ableiten. Auch die Darstellungen auf Siegeln neuassyrischer Zeit lassen ebenso wenig Schlüsse zur Fassadengestaltung zu. Die Ursprünge dieser Zierelemente sucht Andrae in der Schilfbauweise der Uruk-Zeit und sieht dieses Element ungebrochen bis in die neubabylonische Zeit tradiert. (Andrae 1930: 31-38, 76; Andrae 1935: 15-16). Im assyrischen Raum selbst sind diese Elemente ab Shamshi-Adad I. (1809-1776) belegt. Heinrich folgt Andraes Annahme und postuliert für die Wände des Überbaus eine Gliederung dieser Elemente in der Art, wie sie im Anu-Antum-Tempel des seleukidischen Bit-Reš-Heiligtums erhalten sind (Abb. 63). Bei auf kassitischen Kudurrus abgebildeten Symbolsockeln könnte es sich um Darstellungen von Temeplfassaden in Schilfbauweise handeln. In diesem Fall schienen die Nischen in späteren Tempeln Türen anzudeuten. Bei den Pfeilern könnte es sich um stilisierte Schilfbündel handeln (Abb. 64)50. Interessant ist hierbei, dass die oberen Abschlüsse der großen Pfeiler an der Terrasse des Nabû-Tempels in Dur-Šarrukin wie die der Symbolsockeldarstellungen nach unten gebogen sind (Abb. 17). Man könnte sich also die dazugehörigen Pfeilerelemente wie bei diesen Symbolsockeln ebenso in regeläßigen Abständen durch horizontale Bänder unterbrochen vorstellen. Wenn man denn man den Darstellungen glauben mag, so konnte selbst zur gleichen Zeit und in der selben Region das Stab-Nischen-Element in vielen Variationen aufzutreten. Heinrichs Rekonstruktion kann Aufgrund der unterschiedlichen zeitlichen und kulturellen Stellung nicht angenommen werden. Auch der Vergleich mit Symbolsockeln auf Kudurrus ist angreifbar. An dieser Stelle scheint die Rekonstruktion Louds am angemessensten, zumal sich dieses Element in seiner vollen horizontalen Ausprägung an der darunterliegenden Terrasse gut erhalten hat.

3.9. Tore
Bei der Rekonstruktion von horizontalen Torstützen oder Torbögen mit anschließendem Tonnengewölbe geht Loud von einer Verbindung zwischen monumentalen Durchgängen und Torbögen aus (Loud – Altman 1938: 24, 32, 91). Diese Annahme wird jedoch nicht durch den archäologischen Befund gestützt. Zwar dürfen aufgrund des Befundes der Tore 3, 7 und A bei den Hauptdurchgängen der Stadt- und Zitadellentore Torbögen angenommen werden, für Durchgänge in Palästen, Tempeln und Residenzen sind jedoch keine echten Bögen erhalten51. Gegen Louds Annahme spricht zudem der horizontale Türsturz der Durchgänge 12-14 und 12-13 in Residenz K, deren gerade Form sich aus der oben bereits erwähnten Wandmalerei aus Residenz K in Khorsabad (Abb. 50) ableiten lässt (s. o.). In der Stierkoloss-Inschrift werden Querträger über Toren erwähnt, jedoch im Kontext des Bīt-Appāti (Fuchs 1994: §§67-74)52. Im Hinblick auf die Ausgestaltung der Torstürze des Nabû-Tempels ist an dieser Stelle eine weitere Erwähnung von Querträgern, diesmal über Toren des Palastes, interessant. Wenn der Annahme gefolgt wird, dass sich Paläste und Tempel in ihrer Grundstruktur zumindest ähnelten (s. o.), könnten sich diese Angaben auch auf die Tore des Nabû-Tempels beziehen. Die Tore in der vorliegenden Rekonstruktion orientieren sich an an den Salmanasser III. zugesprochenem großen Tor von Balawat. Dieser wird aus Bronzebeschlägen rekonstruiert, welche von Hormuzd Rassam an ihrem ursprünglichen Verwendungsort – jedoch umgestürzt – geborgen wurden. Aus diesen Beschlägen lässt sich ein zweiflügeliges Tor mit geradem oberen Abschluss von ca. 1,5 m breite und ca. 7,25 m Höhe rekonstruieren (Unger 1913: 10-15). Weitere hier im Tempel des Māmu-Ziqīqu gefundene Beschläge werden Assurnasirpal II. zugeordnet. Es ist anzunehmen, dass das dazugehörige Tor weitestgehend dem von Salmanasser III. entsprach.53 Die Beschreibung des Tores (Grayson 1996: 319-20 50 21b-34a) von Assurnaṣirpal II. deckt sich mit Beschreibungen Sargons II. der Tore in Dur-Šarrukin, hier werden Türflügel aus Zypressen- und Sissooholz mit Bronzebeschlägen genannt (Fuchs 1994: §§65-66). Eine Rekonstruktion am Vorbild der Tore von Salmanasser III. aus Balawat scheint also berechtigt, zumal in Raum 13 des Nabû-Tempels in Dur-Šarrukin ähnlich bebilderte Bronzebänder in Durchgangssituation entdeckt wurden (Loud – Altman 1938: 59, 96). Toranlagen mit Torbögen an der Stadtmauer finden sich auch in der Erbil-Darstellung auf den Niniveh-Reliefs Assubanipals (Abb. 42, Abb. 43), während alle erhaltenen Zugänge des Palast- und Tempelbereichs mit geraden Torstürzen abgebildet sind. Möglicherweise lässt sich hier trotz der schlechten Quellenlage eine Gesetzmäßigkeit innerhalb der Gestaltung der Toranlagen ausmachen, in diesem Fall würden Hauptzugänge in Stadttoranlagen gewölbte, Gebäudezugänge aber gerade Torstürze aufweisen. Ein an Sargon II. gerichtetes Schriftstück mit einer Auflistung von insgesamt 36 Türen untermauert diese Annahme. Hier differenziert der Schreiber nicht zwischen Exemplaren mit geradem und gebogenem oberen Abschluss (Parpola 1987: 157 203)54. Eine weitere Korrespondenz (Parpola 1987: 156-157 202) listet sechs verschiedene Maße für Holzbalken im Kontext von Türen auf. Ein Einsatz des größten dieser Balken (13x0,5x0,3 m) als Türflügelkomponente scheint aufgrund der Maße und Anzahl unwahrscheinlich55. Evtl. könnte es sich hierbei um einen Torsturz handeln, was wiederum ein weiteres Indiz gegen Torbögen innerhalb von Gebäuden wäre56. Die auf mittelassyrischen Siegelabrollungen abgebildeten Torstürzen von Tempeln sind gerade, gelegentlich mit einem Bogenförmigen Ornament versehen (Abb. 52). Weitere ähnliche Beispiele sind auch aus der neuassyrischen Glyptik bekannt (Abb. 53, 59, 60). Andrae will hier einen Rückgriff auf bzw. eine Tradierung des Torpfosten-spreizenden Speerholzes sehen, wie er aus älteren Darstellungen von Rohrhüttenbauten bekannt ist. Im Falle der späteren Lehmziegelarchitektur würde er nur eine ornamentale Funktion erfüllen, und lediglich im Kontext von Tempeln auftauchen (Andrae 1930: 38, 76)57. Die Quellen zur Rekonstruktion der Torstürze sind widersrpüchlich. In diesem Architekturelement vereinen sich scheinbar Tradierung und Stilisierung von archaischen Elementen und eine Bedeutungsverschiebung von Wehrarchitektur. Leider ist nicht zu rekonstruieren, wie genau diese zwei Einflüsse miteinander kombiniert wurden. Wenn sich die Gestaltung des Torsürzes mehr an Wehrarchitektur orientierte, ist hier ein Bogenförmiger Türsturz zu erwarten. Anderenfalls ist bei einer Übernahme archaischer Elemente mit einem geraden Torsturz zu rechnen. Der Torsturz des Tempeleingangs selbst ist auf dem Erbil-Relief leider nicht erhalten. Bei Siegeldarstellungen muss von einer gewissen Stilisierung der dargestellten Architekturelemente ausgegangen werden. Hier sollte beiden Ansätzen in der Rekonstruktion Rechnung getragen werden.

3.10. Eigener Rekonstruktionsansatz

3.10.1. Allgemeines
Zunächst wurde auf Grundlage der vorliegenden Ausgrabungspläne und der oben besprochenen Quellen ein grobes Modell der gesamten Stadtanlage erstellt. Bei Durchsicht des Materials fiel auf, dass die zweite Zitadelle wohl ebenfalls von einer Mauer umgeben war, welche in der vorliegenden Arbeit der ergrabenen Zitadellenmauer entsprechend rekonstruiert wurde. In Analogie zur Zitadellenmauer ist die Toranlage gegenüber der Terrassenrampe zu suchen. Tatsächlich lässt sich an dieser Stelle auf der Höhenkarte eine kleine Erhebung ausmachen. Das südliche der beiden Stadttore der Südostseite scheint direkt in diese Wehranlage integriert gewesen zu sein58. Places Abhandlungen wurden lediglich zur Rekonstruktionen der Stadttore hinzugezogen, hier mussten die Grabungen Louds an Tor 7 aus ökonomischen Gründen unberücksichtigt bleiben. Generell dienen alle Strukturen außerhalb des Nabû-Tempels lediglich der korrekten Darstellung des Tempels in seinem architektonischen Kontext und des korrekten Panoramas, sie sind demnach nur wenig detailliert ausgearbeitet. Die Rekonstruktion des Nabû-Tempels selbst folgt in erster Linie den Berichten Louds, bei strittigen Elementen (s. o.) wurden die Varianten ebenfalls eingefügt und können wie unten beschrieben durchgeschaltet werden. Teilweise mussten aus zeitlichen Gründen Kompromisse bezüglich der Darstellung von Architekturdetails eingegangen werden. So bleiben Glasurverzierungen und Funde unberücksichtigt und werden nicht in der 3D-Rekonstruktion dargestellt. Auch die genaue Umsetzung der schwarzen Sockelbemalung des Vor- und Haupthofes muss ausbleiben. Auf eine Integration der in Sargons II Prunk-Inschrift beschriebenen Fauna (Fuchs 1994: 309 §§28-29) sowie von Gebäuden außerhalb der Zitadelle musste ebenfalls verzichtet werden. Ich hoffe diese Missstände in einer zukünftigen Abhandlung aufgreifen zu können. Ein umfassender Ausblick ist einem eigenen Kapitel der vorliegenden Arbeit zu entnehmen. Im Folgenden sollen die einzelnen Schritte zur Erstellung der virtuellen Rekonstruktion sowie die Funktion der dynamischen Elemente eingehender behandelt werden.

3.10.2. Erstellung des Architekturmodells
Prinzipiell ist die Erstellung von Architektur innerhalb der Game-Engine selbst möglich. Es ist jedoch ratsam, diesen Schritt in dedizierten Programmen zu vollziehen, da hier eine präzisere Setzung der Dimensionen möglich ist. In diesem Fall fiel die Entscheidung auf das kostenfreie Open-Source-Programm BlenderTM. Aufgrund technischer Vorgaben beim Importieren von 3D-Modellen in eine Game-Engine ist es nötig, von Beginn an komplexe Szenen in einzelne Elemente aufzuteilen. Zur einfacheren Zusammenführung dieser Komponenten in der Engine wurde ihnen in Blender der selbe Ursprungspunkt im Raum zugewiesen. Die Engine selbst weist eine beschränkte Anzahl der am meisten verbreiteten Materialien59 auf, die teilweise zum Zweck dieser Arbeit modifiziert wurden. Weitere Materialien wurden sowohl von freien als auch kostenpflichtigen Quellen bezogen bzw. selbst erstellt. Für die Mauern wurde, dem archäologischen Befund entsprechend, eine Modifikation des engine-internen Verputzmaterials angewendet. Die Ausrichtung und Größe der Bodenziegel des Nabû-Tempels ist den isometrischen Zeichnungen Louds entnommen, beim Material handelt es sich um eine modifizierte Version eines Fliesmaterials. Der unbebaute Boden wird durch eine Modifikation des in der Engine enthaltenen Grasmaterials gemeinsam mit einem Kiesmaterial für die Pfade dargestellt. Sonstige Böden bestehen aus einer Kombination des Verputzmaterials und einem Kiesmterial. Das Holzmaterial der Tore wurde eigenständig aus einer Holztextur erstellt. Das Material der Bronzebänder ist eine Abwandlung des engine-internen Metall-Materials. Strittige Architekturelemente werden, soweit möglich, als zu- oder umschaltbare Objekte in die Rekonstruktion integriert. An den Monumentalen Eingangsfassaden lassen sich gerade Stürze gegen Torbögen auswechseln. Zinnen auf den Eingangsfassaden können ebenfalls auf Knopfdruck zugeschaltet werden. Zwei unterschiedlich hohe Standartenschäfte lassen sich ebenfalls durchschalten. An Türen mit Angelschwellen befinden sich mit Bronzebändern beschlagene Tore, welche geöffnet und geschlossen werden können. Der aus Louds Plänen deduzierte, erhaltene Befund lässt sich auf Knopfdruck zuschalten, wobei die rekonstruierten Elemente gleichzeitig ausgeblendet werden. Die Modellierung der erhaltenen Mauerhöhe erfolgte auf Grundlage der Frontansichtzeichnungen der Fassadenpläne. Genauere Modelle ließen sich theoretisch aus den Grabungsfotos mithilfe des sog. Image-based-modelling (Autodesk Inc. 2014) ableiten. Hier sind jedoch genaue Kameraparameter wie Filmgröße und Brennweite nötig, zudem hätte die Anwendung dieser Methode den zeitlichen Rahmen dieser Arbeit gesprengt60. Das vorliegende Modell ist also für umfangreiche Analysen ungeeignet und soll lediglich der Veranschaulichung des Potentials dieser Darstellungsweise dienen. Zur Akzentuierung dieses Umstandes und zur klaren visuellen Differenzierung zur Rekonstruktion wurde hierfür das engine-interne Platzhaltermaterial als Oberfläche belassen.

3.10.3. Umwelt und Umgebung
Für die Erstellung des Panoramas wurde auf die Software Outerra zurückgegriffen. Hierbei handelt es sich um eine planetare Darstellungssoftware, die auf Basis von Satellitendaten und fraktaler Algorithmen detaillierte Darstellungen der gesamten natürlichen Erdoberfläche errechnet.61 Eine Reihe von in diesem Programm erstellten Aufnahmen an den Koordinaten Dur-Šarrukins wurde in Photoshop zu einem horizontalen Panorama zusammengeführt. Nach Maskierung des Himmels wurde diese 360°-Aufnahme als Textur auf ein in Blender erstelltes Ringband projiziert, welches in der Engine die Szenerie als ferne Hintergrundkulisse umschließt. Prinzipiell ist es möglich, Höhenverläufe im Terrain darzustellen. Für den Bereich Außerhalb der Zitadelle sind jedoch nur die rezenten Geländedaten in Form einer Höhenlinienkarte verfügbar. Innerhalb der Zitadelle sind lediglich 23 Messpunkte, davon 5 auf der Palastterasse und 2 auf der Tempelterrasse, publiziert. Auf ein Gelände von 7000 ha ergibt sich eine Messpunktdichte von lediglich einem Meßpunkt pro ca. 300 ha. Eine Interpolation der Höhenwerte würde also in diesem Fall zu keinen brauchbaren Annäherungen führen, die Darstellung des antiken Geländeverlaufs muss hier aufgrund dessen leider unberücksichtigt bleiben. Der Sonnenverlauf wurde mithilfe einer frei zugänglichen, Browser-basierten Software der University of Nebraska-Lincoln astronomy education group ermittelt. Als Datum wurde der 20. März als annähernde Frühjahrs-Tagundnachtgleiche des Jahres 705 v.Chr. (Todesjahr Sargons II.) gewählt. Die Azimut- und Höhenwerte der Sonne von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wurden in eine kontrollierbare Animation integriert. Prinzipiell lässt sich der Algorithmus zur Berechnung des Sonnenstandes anhand des Astronomischen Datums direkt innerhalb der Programmierumgebung der Engine verwirklichen (Duffett-Smith – Zwart 2011: 103). Diese Implementierung hätte jedoch den Rahmen dieser Arbeit gesprengt. Auf Befehl des Nutzers wird der im Zeitraffer dargestellte Sonnenverlauf, beginnend um 6 Uhr Morgens, aktiviert, gestoppt und reversiert. Das Umgebungslicht wird in Echtzeit berechnet, Reflektion und Refraktion der Modelle und des Terrains werden mithilfe der physikalischen Materialparameter ausgedrückt und fließen in die Berechnung der Lichttemperatur ein.

3.10.4. Sonstige Funktionen
Die Position der Schwelleninschriften wird bei Näherkommen der Betrachters durch ein Lichtkegel akzentuiert, innerhalb dieses Bereiches lässt sich auf Wunsch die Umschrift und Übersetzung einblenden. Unabhängig vom Ort lassen sich eine Miniaturkarte des Tempels mit der aktuellen Position und Rotation des Betrachters, ein Kompass sowie verschiedene Pläne der Stadtanlage zuschalten. Die ungefähre Aufnahmeperspektive und annähernde Linsenparameter einiger ausgewählter Grabungsfotos und Zeichnungen wurden ermittelt um letztere räumlich korrekt in die Szenerie zu platzieren. Auf Knopfdruck wechselt die Beobachtungsperspektive zu besagten Aufnahmepositionen, und das entsprechende Foto wird leicht transparent über das Sichtfeld gelegt. Ein Plan dieser Kamerapostionen und den ihnen zugehörigen Tasten kann auf Wunsch angezeigt werden. Eine Übersicht der gesamten Tastaturbelegung wird mit Tab angezeigt. Zur Positionierung der Elemente der Stadtanlage wurde als erster Schritt eine quadratische Fläche importiert, auf der der Plan der Stadt als Textur projiziert wurde. Die Größe der Fläche sowie das Verhältnis und die Ausrichtung des Planes wurden innerhalb von Blender transformiert. Da der Nabû‑Tempel das Zentrum der Szene bildet, sind Größe der Fläche sowie Positionierung der Textur so gewählt, dass der Tempel möglichst nahe am Nullpunkt des 3D-Koordinatensystems liegt.
4. Theoretische Überlegungen

4.1. Zur Phänomenologie in der Archäologie
Als einer der Einflüsse, die zur Ausprägung einer post-prozessuellen Archäologie vor allem innerhalb der anglikanischen Schule beitrugen, fand der phänomenologische Ansatz vor allem in der prähistorischen Landschaftsarchäologie Anwendung (Müller-Scheeßel 2013; Renfrew – Bahn 2004: 44-45). Das inhärente Problem solcher Fragestellungen ist die implizite Annahme von konstanten Vorstellungen von Effizienz und Wahrnehmung. Für rudimentäre Sinneseindrücke in einem rein profanen Kontext sind Generalisierungen dieser Art durchaus vertretbar, ebenso bei funktionalistischen und naturräumlichen Analysen gering spezialisierter und kaum stratifizierter Gesellschaften. Auch bei Betrachtungen komplexer Kulturstrukturen sind solche Annahmen teilweise legitim und können zu neuen Erkenntnissen führen. Besonders Fragen martialischer Natur, bei denen eine nicht effizienzorientierte Haltung unmittelbare Konsequenzen für den Handelnden und den Erfolg der Handlung mit sich zieht, lassen sich mithilfe dieser Methodik angehen. Die vorwiegend fortifikatorische Natur neuassyrischer Stadtmauern darf bspw. durchaus unter dem Gesichtspunkt ihrer Effizienz in der Abwehr von Truppen hinterfragt werden, sofern weitere Parameter wie Heeresstruktur, innen- und außenpolitische Umstände und naturräumlicher Kontext berücksichtigt werden.62 Für ein symbolisch geladenes Umfeld geistlicher und weltlicher Macht, sowie für eine Kultur mit langer kultischer und profaner Tradition, stellt sich die Frage, ob phänomenologische Ansätze jenseits einer deskriptiven Funktion gewinnbringend für Raumanalysen im Architekturkontext hinzugezogen werden können. Dies gilt besonders unter Berücksichtigung des durchschnittlichem Erhaltungszustandes altorientalischer Architektur. Phänomenologische Untersuchungen können schon aufgrund der flexiblen Natur ihrer zugrundeliegenden Annahmen lediglich Trends aufzeigen. Genaue metrische Ergebnisse und darauf aufbauende Analysen können irreführend und wissenschaftlich von geringem Wert sein. So ist es bei Raumanalysen und sensorischen Untersuchungen umso wichtiger, die Architekturrekonstruktion, die als Basis ebensolcher Analysen dient, als eine eigene wissenschaftliche Abhandlung zu verstehen und denselben Formalia und Vorgaben zu unterwerfen. Die hypothetischen Aspekte einer Rekonstruktion müssen klar als solche erkennbar, und die Quellen dieser Hypothesen integraler Bestandteil des wissenschaftlichen Produktes sein.

4.2. Warum rekonstruieren?
Die Erstellung einer möglichst realistischen Rekonstruktion erfolgt nicht zum Selbstzweck. Der Erstellungsprozess ist in sich schon eine Analyse der in ihr enthaltenen konkreten und abstrakten Elemente, die bereits während der Rekonstruierung zu Erkenntnisgewinn führen kann. Den hypothetischen Gesamtkontext eines Befundes so naturgetreu wie möglich nachzubilden erlaubt zudem erst eine eingehende Überprüfung verschiedener Rekonstruktionshypothesen und deren Auswirkungen (Anderson 2008: 4), vor allem im Kontext phänomenologischer Fragestellungen. In einem didaktischen Umfeld kann zudem eine tiefe Immersion63 des Betrachters in eine virtuelle Umgebung erheblich zum Erfolg des Lernprozesses beitragen (Chiara u. a. 2007: 3). Der Grad der Immersion wird u. a. maßgeblich vom Realismusgrad der rekonstruierten Umgebung bestimmt. So verwundert es nicht, dass bei der Konzeptionierung von Ausstellungen zu archäologischen Stätten oft versucht wird, die Stücke in einer dem Auffindungs- bzw. Aufstellungsort ähnlichen Umgebung zu präsentieren.
5. Zusammenfassung und Ausblick
In der vorliegenden Arbeit wurde versucht, den eingangs genannten Problemen auf vier Ebenen zu begegnen: die Integration und Darstellung der erhaltenen Architektur, das Überblenden von Grabungsfotos, durchschaltbare Variationen der Rekonstruktion, sowie das Zuschalten von Quellenangaben. Die Rekonstruktion konnte also unmittelbar mit den vorliegenden Quellen verglichen und kritisiert werden. Weiterhin wurde das Potential zur Nutzung von Game-Engines für Echtzeit-Lichtstudien demonstriert. Um die in der vorliegenden Arbeit formulierten Ansprüche (s. o.) zu erfüllen muss jedoch ein klarer Standard für die Visualisierung des interpretativen Faktors einzelner Architekturelemente definiert werden. Hierfür bedarf es vorerst einer Einigung auf eine klare Nomenklatur der Interpretationsschritte, welche zu einer Rekonstruktion führen.64 Ein Diagramm der Quellen-Befund-Relationen und der deduktiven Schritte bis zur Erarbeitung eines Rekonstruktionselementes könnte als Grundlage zur Berechnung besagten Faktors dienen: je mehr Gedankengänge zwischen Befund und Rekonstruktion liegen, desto höher ist der Interpretationsfaktor, und damit auch die Fragwürdigkeit der Rekonstruktion. Auch die geographische, zeitliche und kulturelle Entfernung zum Quellenmaterial muss hier berücksichtigt werden. Die Natur des Quellenmediums müsste ebenfalls, wo möglich, auf seinen inhärente Verlässlichkeit bei Darstellung oder Beschreibung von Architektur überprüft werden. Auf diese Weise ließe sich ein relativer Qualitätsfaktor für einzelne Elemente der Rekonstruktion ermitteln. Dieser numerische Wert müsste nur noch in der virtuellen Umgebung mit besagtem Element verknüpft werden und könnte bspw., über einen Transparenzwert ausgedrückt, zugeschaltet werden.65 Selbstverständlich müssten in die Berechnung eines solchen Faktors viele weitere Umstände berücksichtigt werden. Durch eine klare Formulierung und wahlweise Visualisierung der interpretativen Unschärfe könnten Forscher eine lebhafte und optisch naturgetreue Rekonstruktion erstellen, ohne dessen wissenschaftliche Integrität zu beeinträchtigen. Die Diskussion um die Probleme fotorealistischer 3D-Rekonstruktionen in der Archäologie (s. Forte 2014) würde sich auf diese Weise erübrigen. Zur Erstellung möglichst realistischerer archäologischer Rekonstruktionen scheint besonders die Anlegung einer eigenen Materialdatenbank66 angebracht. Hierfür könnten echte Materialien aus dem archäologischen Befund oder aus der Experimentalarchäologie eingescannt werden. Die Technik hierfür ist kostengünstig, mobil und bereits erprobt67. Diese Datenbank könnte regionen- und epochenspezifisch organisiert sein. Gemeinsam mit klaren Identifikationsmerkmalen könnte auch hier eine fachinterne Standardisierung angestrebt werden. Aus dem archäologischen Befund extrapolierte Rekonstruktionen könnten erheblich an wissenschaftlicher Qualität zunehmen, wenn bereits bei der Grabung moderne Dokumentationsmethoden zum Einsatz kämen. Mithilfe von aus Luftbildern generierten Höhenmodellen der unmittelbaren Umgebung und hochauflösenden, sphärischen Panoramen könnte ein hochwertiges Abbild der Umgebung des Grabungsareals erstellt werden. Plana und Profile könnten ebenfalls unter Einsatz einfacher Mittel dreidimensional erfasst, und mithilfe von einmalig eingemessenen Referenzpunkten in diese Umgebung integriert werden. Mit denselben Mitteln68 ließen sich auch Funde dreidimensional einscannen, und könnten sowohl in ihrem Bergungskontext als auch in ihrem ursprünglichen Aufstellungsort dargestellt werden. Hier wäre auch durchaus denkbar, den Befunden zugehörige, externe Metadaten einzulesen und innerhalb der Engine abzurufen69.
Das Einsatzpotential in einem didaktischen Umfeld darf an dieser Stelle ebenso wenig unterschlagen werden. Durch das Wegfallen der Begrenzungen des realen Raumes würden sich den Feldern der Museumspädagogik und Ausstellungskonzeptionierung zahlreiche neue Möglichkeiten zur Präsentation von Konkreta und Abstrakta eröffnen. Durch die Darstellung neuassyrischer Architektur in ihren wahren Ausmaßen würde deren monumentaler Charakter weitaus eindrucksvoller auf Besucher wirken, vor allem in Verbindung mit HMDs (head mounted displays).
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Impressions
Demonstration film of the reconstruction's functionality